Berlin (dpa) - Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft sind erleichtert über den Haushaltskompromiss in Washington, sehen die USA jedoch noch lange nicht am Ziel.

Bernhard Welschke, USA-Experte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), sieht in der gefunden Einigung noch nicht einmal die halbe Miete, sondern allenfalls einen ersten Schritt. Es sei weiterhin unklar, wie die ausufernden Staatsschulden eingedämmt werden sollen, sagte er am Mittwoch der dpa. Ähnlich äußerte sich Ilja Nothnagel vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK): «Es führt kein Weg an einer langfristigen Strategie vorbei, um aus der Verschuldung herauszukommen.»

Mit Spannung erwarten die Verbände deshalb die weiteren Verhandlungen in den kommenden zwei Monaten. «Das wird sicher ein hartes politisches Ringen werden», sagte Welschke. «Man wird weiter besorgt sein müssen.» Auch Nothnagel prognostizierte: «Nach den jüngsten Erfahrungen wird es voraussichtlich wieder ein gefährliches Hin und Her.»

Diese Unklarheit über die weitere Entwicklung sorgt nach Nothnagels Einschätzung sowohl bei den amerikanischen als auch bei den deutschen Unternehmen für Unsicherheit. Durch den jüngsten Kompromiss erwartet der Außenhandelsexperte des DIHK hingegen nur geringe Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die steigenden Sozialversicherungsbeiträge dürften das Wachstum in den USA bremsen und damit auch negative Auswirkungen auf die deutschen Exporte haben. «Es ist aber kein Einbruch zu befürchten.»

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