Guttenberg
Die SPD will Verteidigungsminister zu Guttenberg vor den Verteidigungsausschuss des Bundestags zitieren.

Die SPD will Verteidigungsminister zu Guttenberg vor den Verteidigungsausschuss des Bundestags zitieren.

dpa

Die SPD will Verteidigungsminister zu Guttenberg vor den Verteidigungsausschuss des Bundestags zitieren.

Berlin (dpa) - Die SPD will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der Vorgänge bei der Bundeswehr vor den Verteidigungsausschuss des Bundestags zitieren. Der Minister müsse bei der nächsten Sitzung am Mittwoch kommender Woche umfassend Auskunft geben.

Dabei soll es um die angebliche «Meuterei» auf dem Segelschulschiff «Gorch Fock», die Öffnung von Feldpost-Briefen und den Tod eines Soldaten kurz vor Weihnachten in Afghanistan gehen, so der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold am Donnerstag in Berlin.

«Guttenberg muss die drei Vorgänge zur Chefsache machen», sagte Arnold der Nachrichtenagentur dpa. Der CSU-Politiker versuche jedoch «wie immer, die Dinge von sich fernzuhalten». Klar sei jedenfalls, dass in seinem Ressort nicht richtig erkannt werde, über welche Vorfälle der Minister informiert werden müsse.

Zu der angeblichen «Meuterei» auf der «Gorch Fock» nach dem tödlichen Unfall einer Offiziersanwärterin sagte Arnold: «Mit Meuterei hat das Sperrigsein der Offiziersanwärter nichts zu tun. Sie haben ihre staatsbürgerliche Pflicht erfüllt - nach dem Prinzip der inneren Führung unsinnige oder gar rechtswidrige Befehle infrage zu stellen.» Möglicherweise seien die Vorgänge sogar strafrechtlich relevant.

Arnold verwies darauf, dass die verunglückte Offiziersanwärterin nur 1,59 Meter groß gewesen sei. Damit hätte sie die erforderliche Mindestgröße nicht erfüllt, um auf die Takelage klettern zu dürfen. Zudem sei zwei Tage nach dem tödlichen Unfall am 7. November auf dem Schiff Karneval gefeiert worden. Offensichtlich habe es einen «tiefen Bruch zwischen Stammbesatzung und Offiziersanwärtern» gegeben.

Der SPD-Politiker warf dem Verteidigungsministerium vor, nach dem Tod eines Soldaten in Afghanistan den zuständigen Bundestags- Ausschuss falsch informiert zu haben. Inzwischen gebe es Berichte, dass «im Vorfeld dieses tragischen Ereignisses dämliche Spiele mit Waffen geführt wurden». Arnold verlangte auch Auskunft darüber, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Soldaten und der Öffnung der Feldpostbriefe gebe. Der Mann war durch eine Kugel getötet worden, die sich offensichtlich aus Versehen gelöst hatte.

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