Schavans Doktorarbeit
Die Dissertation von Ex-Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Daniel Naupold/Archiv

Die Dissertation von Ex-Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Daniel Naupold/Archiv

dpa

Die Dissertation von Ex-Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Daniel Naupold/Archiv

Berlin (dpa) - Für den Deutschen Hochschulverband ist es nach den Worten seines Präsidenten Bernhard Kempen «sehr schwer vorstellbar, dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) weiter im Amt bleibt».

Schavan sollte die Entscheidung der Universität Düsseldorf «zunächst als Faktum» akzeptieren, sagte Kempen am Mittwoch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es klug wäre, unter diesen Umständen weiter im Amt zu bleiben.»

Der Deutsche Hochschulverband ist die Berufsorganisation von über 27 000 Universitäts-Professoren in Deutschland. Kempen sagte weiter, es sei das gute Recht Schavans, gegen den Entzug des Doktortitels durch die Universität zu klagen. Ein solches Verfahren werde aber nicht vor der Bundestagswahl entschieden und könne sich unter Umständen bei einer Revision über Jahre hinziehen. Kempen: «Ich habe Zweifel, ob das der Wissenschaft gut tut.»

Der Fall Schavan sei aber zugleich auch «eine Schlappe für die Universität», sagte Kempen weiter. Hinweise, dass man Arbeiten früher ohne die heutigen technischen Möglichkeiten schlechter kontrollieren konnte, seien «keine Entschuldigung - allenfalls eine Erklärung». Die jüngsten Plagiatsfälle hätten aber die Wissenschaft sensibilisiert. Es werde heute stärker kontrolliert.

Gleichwohl hält Kempen ein grundsätzliches Nachdenken über einheitliche Qualitätsstandards bei Promotionen wie Abschlussarbeiten für erforderlich. Dazu gehörten auch Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa die Einführung einer Verjährungsfrist im Verwaltungsrecht.

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