Brüssel (dpa) - Die Nato fordert von Russland ein Ende der Militäraktionen in der Ukraine. «Wir verdammen in schärfster Weise, dass Russland fortgesetzt seine internationalen Verpflichtungen missachtet», sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

Er äußerte sich nach einer kurzfristig einberufenen Sitzung der Nato-Ukraine-Kommission. Russische Truppen führten militärische Einsätze innerhalb der Ukraine, die die Nato als illegal ansieht.

Das westliche Militärbündnis hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass im Osten des Landes mehr als 1000 russische Soldaten im Einsatz seien.

Offen reagierte Rasmussen auf die Ankündigung des ukrainischen Regierungschefs Arseni Jazenjuk, wonach die Ukraine wieder auf Nato-Kurs gehe. Der Ukraine sei schon beim Nato-Gipfel in Bukarest vor sechs Jahren versprochen worden, sie könne Mitglied werden - vorausgesetzt, Kiew wolle dies und erfülle die Kriterien. Er wolle aber nicht in die politische Debatte in der Ukraine eingreifen, so der Däne.

Angesichts der bisherigen Haltung Kiews, keinem Bündnis angehören zu wollen, hatte es in den vergangenen Jahren in Brüssel geheißen, die Frage einer Nato-Mitgliedschaft stehe nicht auf der Tagesordnung.

Rasmussen kündigte an, der Gipfel des Bündnisses am Donnerstag und Freitag kommende Woche (4. und 5. September) in Wales werde beschließen, Kiew beim Modernisieren der Armee zu unterstützten. Es sollten dazu vier Treuhandfonds eingerichtet werden, die auch dazu dienen sollen, verletzten Soldaten zu helfen.

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