Hamburg (dpa) - Das Motiv für den Attentäter vom Frankfurter Flughafen ist offenbar Hass auf US-Soldaten.

Laut eines Lageberichts des Landeskriminalamts (LKA) Hessen, der dem ARD-Magazin «Panorama» vorliegt, hat Arid Uka in einer ersten Vernehmung angegeben, dass er im Internet auf ein Video mit «schlimmen Bildern» von amerikanischen Militärs gestoßen sei. Das Video zeige, wie US-Soldaten in Afghanistan ein Haus plünderten und ein Mädchen vergewaltigten.

Nachdem er das Video gesehen hatte, habe er «die ganze Nacht nicht schlafen können». Zudem will der 21-Jährige beobachtet haben, wie US-amerikanische Soldaten sich am Frankfurter Flughafen verächtlich über die afghanische Bevölkerung geäußert hätten. Das Video und dieses Verhalten der Soldaten seien «der Impuls für ihn gewesen, insbesondere nach Afghanistan ausreisende US-Soldaten zu töten».

Nach eigener Aussage hat Arid Uka während des Angriffs auf die US-Soldaten «sechs bis sieben Mal deutlich "Allah Akbar" gerufen» und dann auf die US-Militärangehörigen geschossen. Die Tatwaffe und 24 Schuss Munition habe er nach eigener Aussage vor ein paar Monaten für 1000 Euro gekauft. Bei der gleichen Vernehmung soll er angegeben haben, Muslim zu sein, wie «Panorama» weiter berichtet.

Zudem habe der Kosovare, der in Frankfurt lebte, gesagt, er sei Mitglied einer Facebook-Gruppe mit islamistischen Inhalten. Nach Einschätzung des LKA deuten bislang alle Ermittlungsergebnisse darauf hin, dass es sich bei dem in Frankfurter lebenden Uka um einen Einzeltäter handelt. Der Attentäter hatte am Mittwoch am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten erschossen und zwei weitere schwer verletzt. Er hatte mit einer Pistole im öffentlichen Bereich des Flughafens den Bus mit 15 Soldaten angegriffen und um sich gefeuert.

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