An der Unglücksstelle: Frankreichs Präsident Francois Hollande (2.v.r.), Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) und die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft in Seyne Les Alpes. Foto: Peter Kneffel
An der Unglücksstelle: Frankreichs Präsident Francois Hollande (2.v.r.), Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) und die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft in Seyne Les Alpes. Foto: Peter Kneffel

An der Unglücksstelle: Frankreichs Präsident Francois Hollande (2.v.r.), Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) und die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft in Seyne Les Alpes. Foto: Peter Kneffel

dpa

An der Unglücksstelle: Frankreichs Präsident Francois Hollande (2.v.r.), Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) und die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft in Seyne Les Alpes. Foto: Peter Kneffel

Seyne-les-Alpes (dpa) - In der Stunde der Not stehen Deutschland, Frankreich und Spanien eng zusammen: Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der spanische Regierungschef Mariano Rajoy umarmen sich.

Am Horizont liegt unter dichten Wolken der verschneite Bergkamm der französischen Hochalpen, hinter dem am Vortag der Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings abgestürzt ist, mit 150 Menschen an Bord.

Drängend steht jetzt die Frage nach dem Warum im Raum. Merkel, Hollande und Rajoy versichern, dass alles getan werde, um «das Unfassbare, soweit wie möglich aufzuklären». Das werde noch Zeit brauchen, sagt die Kanzlerin, «weil es eine Katastrophe in einer ganz schwierigen geografischen Region ist».

Rettungskräfte stehen Spalier, als die Kanzlerin mit einem Hubschrauber der französischen Luftwaffe auf einem Feld in der Nähe der Absturzstelle eintrifft, südlich der Kleinstadt Seyne-les-Alps. Sie wird mit Hollande und Rajoy von den Verwaltungschefs der Region begrüßt, unter ihnen Bürgermeister Françis Hermitte und Präfektin Patricia Willaert in ihrer dunkelblauen Amtstracht mit Hut.

Merkel nimmt sich viel Zeit für die Rettungskräfte. Sie schreitet ihre Reihen ab, schüttelt Hände. Lange unterhält sie sich mit einzelnen Helfern: Bergretter der Gendarmerie, Rotkreuz-Sanitäter, Feuerwehrmänner, Zivilschutzkräfte und Soldaten.

Die Kanzlerin wirkt sichtlich betroffen. Vor ihrer Landung auf dem Feld hatte sie nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert die Absturzstelle überflogen. Fast reglos hört sie dem französischen Staatspräsidenten François Hollande zu, der sich vor den Opfern der «fürchterlichen Katastrophe» verbeugt. Sie dankt ihm dafür, dass Frankreich «mit großem Herzen» an der Seite Deutschlands stehe.

«Es ist ein gutes Gefühl, dass wir in einer so schweren Stunde eng und freundschaftlich zusammenstehen», sagt Merkel dann und schaut Hollande an, den sie mit «lieber François» anspricht. Sie übermittelt «ein ganz herzliches Dankeschön im Namen von Millionen Deutschen, die das zu schätzen wissen und die wissen, dies ist gelebte deutsch-französische Freundschaft».

Am Rand von Seyne-les-Alpes fährt am frühen Nachmittag eine Limousine mit abgedunkelten Scheiben durch eine Polizeisperre zu einer Sporthalle für Jugendliche. Dort wurde eine Kapelle zum Gedenken an die Opfer des Airbus-Absturzes eingerichtet. Angehörige werden von Journalisten abgeschottet, an der Kapelle können sie von Seelsorgern und Psychotherapeuten betreut werden.

In dem 1500-Seelen-Ort sind alle Vorbereitungen für ihre Unterbringung getroffen. Auch Hotels und Leute aus der Region haben kostenlose Plätze angeboten. Die Anteilnahme ist groß.

Alle Angehörigen und Freunde der Opfer aus Deutschland und den anderen Ländern sollen die Möglichkeit haben, versichert Hollande, in der Nähe der Absturzstelle von ihren Lieben Abschied zu nehmen. «Wie viele Familien sind denn schon da?» fragt er einen Einsatzleiter. Die ersten treffen gerade ein, antwortet dieser, das Gespräch wird live im Fernsehen übertragen. Schon kurze Zeit nach dem Absturz am Dienstag seien die Einsatzkräfte mobilisiert worden. Notfallpläne seien sofort ausgelöst, ein Krisenstab gebildet worden. «Sie haben ja gesehen, wie schwierig das Gelände ist.»

Merkel, Hollande und Rajoy sind nur wenige Stunden in der Bergwelt mit dem Unglücksmassiv, dem Tête de l’Estrop (2961 Meter). Dann fliegen sie in ihre Hauptstädte zurück. Zurück bleibt die Trauer der Angehörigen und die Betroffenheit in der Region.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer