Gesichter des Winters
Skisportler, beschädigtes Auto, Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und Eisbär Wolodja. Foto:

Skisportler, beschädigtes Auto, Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und Eisbär Wolodja. Foto:

Draußen kalt, drinnen warm: Schornsteine qualmen auf den Dächern der Häuser in Straubing im Abendlicht. Foto: Armin Weigel

Eine dichte Schneedecke überzieht das Weißeritztal bei Waldbärenburg. Foto: Arno Burgi

dpa, Bild 1 von 3

Skisportler, beschädigtes Auto, Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und Eisbär Wolodja. Foto:

Berlin (dpa) - Arktische Kälte mit bis zu minus 31 Grad und viele Hundert Glätteunfälle: Der Winter hat Deutschland am Wochenende richtig in die Mangel genommen, aber jetzt wird es wieder wärmer. Dennoch kann es in der kommenden Woche vielerorts rutschig werden.

Das abziehende Tief «Axel» lässt nicht nur schwere Sturmschäden an der Ostseeküste zurück. Viele Menschen sind auch auf spiegelglatten Bürgersteigen ausgerutscht und haben sich verletzt. Klempner müssen unzählige geplatzte Wasserrohre reparieren. Und manche Skigebiete klagen, weil es zeitweise sogar den Wintersportlern zu kalt für die Piste war. Eine Reihe von deutschen Zoos blieb wegen Eisflächen auf den Gehwegen geschlossen - unter anderem in Hamburg, Duisburg und Krefeld.

Am schlimmsten trafen Glätte, Blitzeis und Schnee allerdings die Autofahrer. In Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei rund 1500 Verkehrsunfälle auf spiegelglatten Straßen. In Niedersachsen gab es landesweit 630 Unfälle. Meistens ging es mit Blechschäden oder leichten Blessuren aus, doch es gab auch einen Toten und Schwerverletzte.

In der Nähe von Hannover starb ein Autofahrer am Samstagabend nach einem schweren Glätteunfall. In NRW wurden bei einer Karambolage auf der eisglatten Autobahn 46 nahe Iserlohn mindestens sechs Menschen verletzt, darunter mehrere Kinder. Fünf Autos waren an dem Unfall beteiligt.

Das Wochenende hatte mit der bisher kältesten Nacht dieses Winters begonnen. Eine Station von Jörg Kachelmann im sächsischen Marienberg-Kühnhaide meldete am Samstagmorgen minus 31,4 Grad, während Meteomedia dort auf minus 30,6 Grad kam und der Deutsche Wetterdienst (DWD) an seiner eigenen Messstation in Marienberg nur minus 17 Grad registrierte. Der DWD maß die niedrigsten Temperaturen an zwei seiner Stationen in Bayern: minus 26 Grad in Reit im Winkl und Schorndorf.

Trotz dieser eisigen Kälte ließ ein Schleuser 19 Asylsuchende an einem Autobahnparkplatz in Bayern zurück. «Nach stundenlanger Fahrt ließ der skrupellose Fahrer den Transporter mit den Personen auf der unbeheizten Ladefläche einfach stehen und verschwand», teilte die Bundespolizei mit. Bei rund minus 20 Grad sprachen die stark unterkühlten Migranten zwei Reisende an, die dann Hilfe holten.

Mit dem Winter dieses arktischen Ausmaßes ist es in den nächsten Tagen vorerst vorbei. Doch bei Werten zwischen minus und plus fünf Grad sei auch in den kommenden Tagen weiter Vorsicht im Straßenverkehr angebracht, teilte der DWD in Offenbach mit. Für die Lausitz und den Südosten sagen die Meteorologen bis Dienstag Dauerfrost zwischen minus fünf und minus 20 Grad vorher - je nach Wolkendichte. Es regne oder schneie je nach Temperatur und Höhenlage. Von Mittwoch an komme wieder Wind auf, die Küste müsse dann mit Sturmböen rechnen.

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