Berlin (dpa) - Zahlen und Fakten zum Skandal um dioxinverseuchtes Futtermittel:

- Bis zu 150 000 Tonnen Futter sind mit dem krebserregenden Gift Dioxin belastet. Große Mengen von Eiern, Geflügel und Schweinefleisch können verunreinigt sein.

- Mehr als 4700 Betriebe mussten bundesweit gesperrt werden. Allein in Niedersachsen sind 4468 Höfe betroffen.

- Grund für die Verunreinigung: Mischfettsäuren, die für technische Zwecke bestimmt waren, wurden in Futterfette eingemischt. Ob es einen kriminellen Hintergrund gibt, wird derzeit ermittelt.

- Bereits im März 2010 waren in einer Probe des Fettlieferanten Harles und Jentzsch erhöhte Dioxinwerte gemessen, den Behörden aber nicht gemeldet worden.

- Nach Erkenntnissen der Bundesregierung wurden bis zu 3000 Tonnen verseuchtes Tierfutterfett hergestellt.

- Sieben verdächtige Lieferungen gingen an 25 Futtermittelhersteller in vier Bundesländer, die weitere Länder belieferten. Das Fett wurde in Mischfutter für Legehennen, Mastgeflügel und Schweine eingemischt.

- Bei rund 240 000 in Bayern sichergestellten Eiern hat sich der Verdacht auf Dioxin bestätigt. Der bei Proben festgestellte Dioxingehalt liegt teilweise dreimal so hoch wie der zulässige Grenzwert.

- 136 000 möglicherweise dioxinverseuchte Eier aus Deutschland sind in die Niederlande gelangt. Nur ein kleiner Teil von ihnen wurde jedoch verarbeitet.

- Bauernpräsident Gerd Sonnleitner beziffert den Schaden für die betroffenen Bauern auf 40 bis 60 Millionen Euro pro Woche.

- Für 1,1 Millionen Betriebe in der Lebensmittelindustrie sind nach Angaben des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure (BVLK) bundesweit nur 2500 Kontrolleure zuständig.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer