Berlin (dpa) - Italien wird von den Finanzmärkten als einer der nächsten Euro-Wackelkandidaten ins Visier genommen - nach Griechenland, Irland und Portugal. Damit könnte sich die Euro-Schuldenkrise dramatisch verschärfen. dpa dokumentiert die nächsten Schritte:

Mitte Juli - Griechenland: Die jüngst von den Euro-Finanzministern gebilligte fünfte Tranche wird bis zum 15. Juli von der Europäischen Zentralbank (EZB) an Athen überwiesen. Damit wären 65 Milliarden aus dem 110 Milliarden Euro starken ersten Hilfsprogramm geflossen. Das Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) ist seit 2010 in Kraft. Ein weiteres Paket in Höhe von bis zu 120 Milliarden Euro ist im Gespräch.

Ende Juli - Italien: Ministerpräsident Silvio Berlusconi will sein Sparprogramm noch vor der Sommerpause per Vertrauensfrage durchs Parlament boxen. Bis 2014 sollen 47 Milliarden Euro einspart werden: 1,5 Milliarden Euro in diesem Jahr, 5,5 Milliarden 2012 und je 20 Milliarden 2013 und 2014. Experten halten eine Mehrheit für das Programm mit den Stimmen der Regierungskoalition für wahrscheinlich, weil der größte Teil der Einsparungen erst in die nächste Legislaturperiode nach Wahlen 2013 fällt.

Ende August - Portugal: Die «Troika» von EU, IWF und EZB muss erstmals die Sparfortschritte Portugals unter die Lupe nehmen; ein positives Urteil ist Voraussetzung für weitere Zahlungen.

September - Griechenland: Die sechste Zahlung an Griechenland wird fällig. Zuvor müssen aber die EU-Finanzchefs ihre Zustimmung geben. Voraussetzung auch hier: Ein positives Urteil der «Troika».

September - Dezember - Irland und Portugal: Im letzten Jahresdrittel werden weitere Zahlungen an diese beiden Ländern überwiesen. Es werden jeweils zwei Tranchen in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro fällig. Zunächst müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Portugal wird mit 78 Milliarden Euro geholfen - bislang hat das Euroland in zwei Tranchen insgesamt 8 Milliarden Euro erhalten. Die Kredite kommen zu je einem Drittel aus einem EU-Fonds (EFSM), dem Rettungsfonds EFSF und dem IWF. Irland nutzt ein Hilfspaket von 85 Milliarden Euro und muss einen Teil dazu selbst beisteuern. Geflossen sind bereits 5 Milliarden Euro.

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