Erbil (dpa) - Die Peschmerga-Milizen sind der bewaffnete Arm der Kurden, hervorgegangen aus bewaffneten Einheiten der Kurdenparteien. Im Nordirak genießen die Kurden seit dem Sturz Saddam Husseins in ihrer Autonomieregion weitestgehend Unabhängigkeit - und die Peschmerga wachsen mehr und mehr zu einer klassischen Armee zusammen.

Insgesamt gibt es rund 130 000 Kämpfer. 100 000 bilden den militärischen Arm, die weiteren 30 000 sind eine dem Innenministerium unterstellte Polizeitruppe. Der militärische Teil befindet sich derzeit in einem Umbau: Erst ein Drittel wurde bisher vom Peschmerga-Ministerium in Brigaden organisiert. Der Rest unterteilt sich nach wie vor in von Parteien kontrollierte Guerilla-Einheiten.

Nach dem Vorrücken der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Nordirak wurden die Peschmerga-Milizen zur wichtigsten Kraft im Widerstand gegen die Extremisten. Als irakische Truppen Anfang Juni große Teile des Nordirak kampflos aufgaben, stellten sich die Peschmerga den IS-Kämpfern entgegen.

Die kurdische Autonomieregion im Nordirak beherbergt mittlerweile rund 1,4 Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak - das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregierung in Erbil bezeichnet die Region als «sicheren Hafen» im aktuellen Konflikt.

Mittlerweile unterstützen viele Staaten die Peschmerga mit Waffenlieferungen im Kampf gegen die IS-Extremisten. Auch Deutschland hat beschlossen, Waffen aus Bundeswehrbeständen zu liefern.

Nach Angaben des Peschmerga-Ministeriums werden zunächst Handfeuerwaffen für den Häuserkampf gegen IS-Milizen benötigt. Desweiteren fordert die Miliz moderne Waffensysteme, um «unsere militärischen Möglichkeiten vor Ort zu stärken», wie der Sprecher des Peschmerga-Ministeriums, Halgord Hikmat, der kurdischen Nachrichtenagentur Basnews sagte.

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