Berlin (dpa) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat erst am gestrigen Donnerstag den Feldjäger-Bericht über den Tod eines deutschen Soldaten in Afghanistan erhalten. Dies teilte Ministeriumssprecher Steffen Moritz am Freitag in Berlin mit.

Guttenberg habe «wesentliche Teile» des Berichts aber bereits gekannt. Der Minister steht wegen der Informationspolitik seines Hauses massiv in der Kritik.

Zum Hergang des tödlichen Unfalls kurz vor Weihnachten wollte der Ministeriumssprecher keine näheren Angaben machen. Moritz verwies darauf, dass die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt. Fest stehe bislang, dass der 21-Jährige durch einen Schuss aus der Pistole eines anderen Soldaten getötet worden sei. Über das Geschehen unmittelbar zuvor gebe es «widersprüchliche Angaben» der Augenzeugen.

Nach dem internen Bericht der Feldjäger, aus dem die «Bild»-Zeitung zitiert, starb der Hauptgefreite, weil ein Kamerad mit seiner Pistole vom Typ Heckler & Koch P8 gespielt haben soll. Guttenberg wurde am selben Abend über den Tod des Soldaten informiert. Kurz darauf flog er mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Truppenbesuch nach Afghanistan.

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