Tel Aviv (dpa) - Ein israelischer Ethik-Professor hat nach der Verurteilung eines Soldaten wegen Totschlags eine bessere Ausbildung innerhalb der Armee gefordert. Die Werte seien oft sehr abstrakt formuliert, sagte Assa Kascher.

«Es ist mehr Erziehung und Training für die Truppen gefordert, um sicherzustellen, dass jeder Soldat jederzeit richtig handelt», sagte Kascher, der den ethischen Kodex der Armee mitentwickelt hat.

Ein Militärgericht in Tel Aviv hatte den Soldaten Elor Asaria wegen Totschlags verurteilt, weil dieser einem verletzten palästinensischen Attentäter in den Kopf geschossen hatte.

Als Lehre aus dem Fall Asaria müssten die Kommandeure mit ihren Soldaten noch mehr über juristische, ethische und moralische Fragen sprechen, forderte Kascher. Soldaten müssten noch klarer darauf hingewiesen werden, «dass ein verletzter Feind, ein verletzter Terrorist, der keine echte Gefahr mehr darstellt, nicht getötet werden sollte», sagte Kascher. «Im Gegenteil, eine solche Person sollte medizinisch behandelt werden.»

Das Handeln des verurteilten Soldaten sei «juristisch, ethisch und moralisch inakzeptabel» gewesen, bekräftigte Kascher. In ihrer Einschätzung hätten das Militärgericht und die zuständigen Kommandeure völlig übereingestimmt. Das Verhalten Asarias sei ein «Sonderfall, eine Rarität», betonte Kascher. «Die Kommandeure und die Richter kamen zu derselben Schlussfolgerung, dass es eine absolut inakzeptable Aktion des Soldaten war», sagte Kascher, Träger des angesehenen Israel-Preises für Philosophie.

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