Bonn/Berlin (dpa) - Der Verkauf von Hühnereiern ist als Folge des Dioxin-Skandals «spürbar» gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktberichterstattungsstelle MEG. Das genaue Ausmaß werde zwar erst in einigen Wochen bekannt sein.

«Es gibt aber auf jeden Fall eine Verunsicherung der Verbraucher», sagte MEG-Expertin Margit Beck der dpa am Mittwoch nach einer Befragung von Eiervermarktern.

Der Lebensmittel-Einzelhandel sieht unterdessen keinen Grund, wegen des Dioxin-Skandals große Mengen an Eiern oder Fleisch aus den Geschäften zu holen. «Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Deswegen ziehen die Unternehmen auch nicht flächendeckend Ware aus dem Verkehr», erklärte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE) am Mittwoch in Berlin.

Großketten wie Edeka, Tengelmann und Rewe hatten zuvor mitgeteilt, bislang nicht von dioxinverseuchten Geflügelprodukten betroffen zu sein. «Wenn Lieferanten mit Belastungen bekanntwerden sollten, ziehen wir aber sicherlich einige Chargen zurück», erklärte der HDE.

Anfang Dezember wurden 136 000 verdächtige Eier in die Niederlande geliefert, wie aus einem Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums an den Agrarausschuss des Bundestags hervor, der der dpa vorliegt. Die Eier wurden von einer Firma in Sachsen-Anhalt geliefert.

Die Verbraucherzentrale NRW riet am Mittwoch vom Verzehr von Eiern und Geflügelfleisch ab, ausgenommen seien Bio-Produkte.

Gesunken ist neben dem Ei-Absatz auch der Preis, den Händler derzeit mit Hühnereiern erzielen können, wie die MEG erklärte. Dies sei zwar in der ersten Woche eines neuen Jahres normal, «der Rückgang dürfte in dieser Woche aber stärker als üblich ausgefallen sein», sagte MEG-Expertin Beck.

Der Geflügelhersteller Wiesenhof warb am Mittwoch mit einer ungewöhnlichen Aktion um das Vertrauen der Verbraucher: Das Unternehmen schaltete eine Anzeige auf der ersten Seite der «Bild»- Zeitung. «Wiesenhof-Geflügel ist nicht mit Dioxin belastet», heißt es darin mit Verweis auf eigene Kontrollen. «Wir wollen Transparenz schaffen und das Kundenvertrauen stärken.»

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