Offenbach/Freiburg (dpa) - Zwischen den auf dem Thermometer gemessenen Minusgraden und dem eigenem Frösteln kann mitunter ein deutlicher Unterschied bestehen. Meteorologen sprechen von der gefühlten Temperatur - jedenfalls in Deutschland.

In den USA und Kanada ist vom «Windchill-Effekt» die Rede. Sie beschreibt die Abkühlung der Haut durch erhöhte Windgeschwindigkeit. Diesen Effekt kennt jeder, der schon einmal etwa auf weiten Flächen wie Plätzen oder Wiesen im Winter bei einer steifen Brise die Kälte viel empfindlicher wahrgenommen hat als auf der Straße oder zwischen Bäumen.

Die stärker gefühlte Kälte ist auch ein Warnsignal an den Körper. Denn je höher die Windgeschwindigkeit und damit die Reibung, umso schneller können ungeschützte Hautstellen Erfrierungen erleiden.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes kann der Unterschied zwischen gefühlter und tatsächlich gemessener Temperatur in Mitteleuropa im Extremfall bis zu 15 Grad betragen. Vor allem, wenn starker Wind aufkommt, fühlt sich die Temperatur deutlich kälter an als sie ist. Bei minus 15 Grad kann es sich dann auch in angemessen warmer Winterkleidung etwa wie minus 24 Grad anfühlen.

Bei starken Minusgraden leiden Frauen in der Regel schneller als Männer - da sie im Durchschnitt eine 15 Prozent dünnere Haut als Männer haben, fangen sie früher an, Kälte zu fühlen und zu bibbern.

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