Belfast (dpa) - Im Nordirland-Konflikt haben pro-irische Katholiken unter Führung der Untergrundorganisation IRA gegen protestantische, pro-britische Loyalisten gekämpft. Im Kern ging es darum, ob der zu Großbritannien gehörige Nordteil Irlands wieder mit der Republik im Süden vereinigt werden soll.

Über die Jahrzehnte starben mehr als 3600 Menschen. Einige Daten:

1916: Mit dem Osteraufstand der irischen Bewegung Sinn Fein beginnt der bewaffnete Kampf für ein unabhängiges Irland, das seit 1801 zum Vereinigten Königreich Großbritannien gehört. Britische Truppen schlagen den Aufstand nieder. Sinn Fein und die Irisch Republikanische Armee (IRA) bekommen enormen Zulauf.

1918: Bei Unterhauswahlen gewinnt Sinn Fein den überwiegenden Teil der irischen Mandate, gründet im folgenden Jahr ein irisches Parlament und ruft eine irische Republik aus. London erklärt alle Aktionen für illegal. Der irische Unabhängigkeitskrieg beginnt.

1922: Teilung Irlands. Der Süden wird als Freistaat Irland unabhängig von der britischen Krone. Nordirland bleibt Teil Großbritanniens. Die katholische Minderheit fühlt sich von Anfang an diskriminiert.

1949: Der Süden wird offiziell Republik und verlässt den britischen Commonwealth.

1972: Protestantische und katholische Gruppierungen in Nordirland radikalisieren sich immer mehr. Die Unruhen entladen sich am 30. Januar im «Bloody Sunday» (Blutsonntag). Britische Soldaten schießen auf katholische Demonstranten in der nordirischen Stadt Londonderry, 14 Menschen sterben.

1994: Die IRA und protestantische Untergrundgruppen sind erstmals zu einem Gewaltverzicht bereit. Die Waffenruhe ist nur von kurzer Dauer.

1998: Das Karfreitagsabkommen vom 10. April beendet offiziell den Konflikt in und um Nordirland. Irland verzichtet auf eine Wiedervereinigung. Die IRA verspricht die Abgabe ihrer Waffen.

2005: Die IRA erklärt den «bewaffneten Kampf» endgültig für beendet. Zu einzelnen Gewaltakten von Splittergruppen sowohl auf pro-irischer als auch auf pro-britischer Seite kommt es aber bis in jüngste Zeit.

2007: Nordirland hat nach jahrelangem politischen Stillstand eine neue Regierung aus einst verfeindeten Protestanten und Katholiken. Die britische Regierung hatte 2002 nach dem Scheitern einer ersten gemeinsamen Provinzregierung die Autonomie suspendiert. Die britische Armee beendet nach 38 Jahren ihren Einsatz in Nordirland.

2012: In einer historischen Geste der Versöhnung reichen sich Queen Elizabeth II. und der frühere IRA-Mann Martin McGuinness in Belfast die Hände.

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