«Pegida»-Trauermarsch in Dresden
Tausende «Pegida»-Anhänger folgten einem von zahlreichen Politikern kritisierten Aufruf zu einem Trauermarsch in Dresden. Foto: Arno Burgi

Tausende «Pegida»-Anhänger folgten einem von zahlreichen Politikern kritisierten Aufruf zu einem Trauermarsch in Dresden. Foto: Arno Burgi

dpa

Tausende «Pegida»-Anhänger folgten einem von zahlreichen Politikern kritisierten Aufruf zu einem Trauermarsch in Dresden. Foto: Arno Burgi

Berlin (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Pegida-Bewegung in Deutschland mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verglichen. Pegida und der IS hätten beide «eine mittelalterliche Mentalität», sagte Davutoglu der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch).

«Als Terrorgruppen in Mossul Kirchen zerstörten, behaupteten sie, Mossul sei eine islamische Stadt und nur für Muslime.» Dabei hätten in der nordirakischen Metropole seit jeher auch Christen gelebt. «Das ist dieselbe Logik wie die von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre.»

Davutoglu sagte dem Blatt weiter, die Türkei sei «sehr besorgt über Pegida». Die Bewegung wolle «eine exklusive christliche deutsche Gesellschaft». Er fügte hinzu: «Das ist nicht nur eine Bedrohung für Türken und Muslime, sondern auch eine Bedrohung für Deutschland selbst.»

Wie nach der Wirtschaftskrise von 1929 werde bei allem, was schieflaufe, die Schuld beim «Anderen» gesucht. «Das ist genau die Mentalität von Daesch (arabische Abkürzung für den IS). Ein vormoderner Name mag Daesch sein, ein moderner Name ist Pegida.»

Davutoglu sagte am Dienstag im Parlament in Ankara an die Adresse der Muslime in Europa: «Ihr seid nicht alleine. Die Türkei ist da, um euch zu beschützen.» Am Montag hatte Davutoglu Berlin besucht.

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