Washington (dpa) - Die Soldatin und IT-Spezialistin Chelsea Manning ist eine der bekanntesten Whistleblowerinnen der Welt. Geboren wurde sie 1987 als Bradley Edward Manning. Manning erklärte im August 2013, als Frau zur Welt gekommen zu sein und dieses Geschlecht auch leben zu wollen.

Eine angestrebte medizinische Angleichung ist bisher nicht vollzogen. Manning spielt eine zentrale Rolle in der Affäre um die Enthüllungsplattform Wikileaks.

Der Begriff Whistleblower ist kaum 1:1 zu übersetzen, er meint Enthüller, Aufdecker von Skandalen oder Informationsgeber.

Manning hatte in der US-Armee einen «Top Secret»-Status. 2010 wurde sie unter dem Verdacht festgenommen, Wikileaks rund 800 000 geheime Dokumente der Armee und des Außenministeriums zugespielt zu haben. Darunter waren Aufnahmen aus Bagdad, die den tödlichen Beschuss irakischer Zivilisten und Journalisten aus einem US-Kampfhubschrauber zeigen.

Manning legte ein Teilgeständnis ab. Sie sagte, sie habe immer nur Menschen helfen wollen, aber niemals Menschen verletzen. Wikileaks-Gründen Julian Assange erklärte stets, Mannings Informationen hätten niemals Schaden für einen US-Bürger verursacht.

Mannings Haftbedingungen waren anfangs von seltener Härte. Mehrfach verlegt, war sie als einzige Frau in einem Militärgefängnis unter lauter Männern. Menschenrechtler brandmarkten ihre Haft als eine Art Folter. Amerikanische Politiker forderten die Todesstrafe. In der Haft soll Manning mehrfach versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Manning hat neben der US-amerikanischen auch die britische Staatsbürgerschaft. Ihr Leben wurde verfilmt und vielfach in Theaterstücken, Büchern und Aufsätzen beleuchtet.

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