London (dpa) - Nicht nur aus dem Ausland, auch in der Heimat schlägt dem britischen Premierminister David Cameron Kritik wegen seines Europa-Kurses entgegen. Cameron will die Bürger seines Landes bis spätestens 2017 über den Verbleib in der EU abstimmen lassen, falls er im Frühjahr 2015 wiedergewählt wird.

- Die oppositionelle Labour-Partei sprach sich am Mittwoch erneut gegen ein Rein-oder-Raus-Referendum aus. Labour-Chef Ed Miliband nannte Camerons Pläne ein «riesiges Glücksspiel», das Großbritannien in «Jahre der Unsicherheit» stürzen werde.

- Die liberaldemokratischen, europafreundlichen Koalitionspartner sind gegen ein Referendum zu dem von Cameron vorgeschlagenen Zeitpunkt. Jahre der Unsicherheit wegen einer langwierigen Neuverhandlung der Position in Europa seien nicht im nationalen Interesse und schadeten Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt, sagte Parteichef Nick Clegg.

- Den Europa-Gegnern von der UK Independence Party gehen Camerons Vorschläge nicht weit genug. Allerdings sei die Debatte um einen EU-Austritt jetzt kein Randthema mehr, sagte Parteichef Nigel Farage.

- Die Scottish National Party (SNP), die ein Referendum über die Mitgliedschaft Schottlands im Vereinigten Königreich durchgesetzt hat, will Schottland als Teil der EU sehen. Cameron habe mit seiner Rede verwirrt, weil er es sowohl Eurogegnern als auch -befürwortern Recht machen wolle, sagte Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond: «Er versucht, zu gleichen Zeit auf zwei Pferden zu reiten, und es ist nicht zu verhindern, dass er irgendwann herunterfällt.»

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