Die Produzenten von Bio-Produkten können von dem Skandal profitieren.
Die Produzenten von Bio-Produkten können von dem Skandal profitieren.

Die Produzenten von Bio-Produkten können von dem Skandal profitieren.

dpa

Die Produzenten von Bio-Produkten können von dem Skandal profitieren.

Berlin (dpa) - Der Dioxin-Skandal dürfte der Bio-Branche einen erneuten Schub geben. Die Ökobauern hoffen darauf, dass die Nachfrage weiter steigt. Das Ziel sei die komplette Ökologisierung der Landwirtschaft.

Das sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Werden Bio-Eier jetzt wirklich knapp?

zu Löwenstein: «Ich weiß, dass die Nachfrage nach Bio-Eiern sehr gestiegen ist. Inwieweit es schon zu Knappheiten kommt, kann ich nicht beantworten.»

Kann man bei Bio-Eiern wirklich sicher sein, dass sie nicht mit Dioxin belastet sind?

zu Löwenstein: «Von dem derzeitigen Kontaminierungsfall sind Bio-Eier deswegen nicht betroffen, weil Bio-Betriebe die Futterstoffe, die hier zum Einsatz gekommen sind, gar nicht einsetzen dürfen. Wir haben keine technischen Fette oder isolierte Fettsäuren im Einsatz, sondern nur gepresste Pflanzenöle aus ökologischer Erzeugung.»

Wie unterscheidet sich Tierhaltung auf Bio-Höfen konkret von der Haltung auf Höfen konventioneller Landwirtschaft?

zu Löwenstein: «Bei der Fütterung unterscheidet sich das Verfahren dadurch, dass das Futter aus ökologischer Erzeugung kommen muss. Der zweite Unterschied ist, dass die Haltung vorschreibt, dass es sehr viel mehr Platz und Auslauf gibt und Zugang zu frischer Luft und Tageslicht besteht: Alles Voraussetzungen, die in den meisten konventionellen Haltungsverfahren nicht gegeben sind.»

Wird der Bio-Trend bei Eiern und anderen Produkten anhalten?

zu Löwenstein: «Man sollte die Geschichte völlig unabhängig davon sehen, dass im konventionellen Bereich jetzt ein wirklich schlimmer krimineller Betrugsfall vorgekommen ist. Denn das ist etwas, das auch in Zukunft hin und wieder passieren wird. Auch unsere Bauern sind schon betrogen worden. Es geht langfristig darum, eine Landwirtschaft zu entwickeln, die unabhängig wird von Stoffen, die in der Landwirtschaft nichts zu suchen haben. Auch brauchen wir eine Landwirtschaft, die artgerecht mit den Tieren umgeht. All diese Skandale, die wir über die Jahre erlebt haben, führen dazu, dass die Verbraucher immer mehr wissen wollen, wo ihre Produkte herkommen. Und das führt dazu, dass sich ökologischer Landbau weiterentwickelt.»

Aber wenn Bioanbau weiter ausgeweitet wird, dann wird aus Bio doch auch irgendwann Massenproduktion.

zu Löwenstein: «Wenn ökologischer Landbau das nachhaltigere Verfahren für die Landwirtschaft ist, und davon gehe ich aus, dann können wir uns überhaupt nichts anderes leisten, als den Anbau so lange auszuweiten, bis wir die komplette Landwirtschaft ökologisiert haben. Insofern habe ich nicht Angst vor dieser Ausweitung. Vielmehr ist sie das Ziel, für das wir arbeiten.»

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