Köln (dpa) - Bundespräsident Christian Wulff hat die Bürger mit seinem Auftreten im Fernseh-Interview zur Kredit- und Medienaffäre zwar nicht überzeugt - eine Mehrheit will ihm aber eine zweite Chance geben.

In einer Umfrage «ARD-Deutschlandtrend extra» vom Donnerstag gaben 80 Prozent der Deutschen an, das Interview in ARD und ZDF am Vortag gesehen oder sich über andere Medien darüber informiert zu haben. Von diesen Befragten fanden 61 Prozent den TV-Auftritt Wulffs eher nicht überzeugend, 30 Prozent fanden ihn überzeugend. Allerdings waren 60 Prozent der Ansicht, Wulff habe «jetzt eine zweite Chance verdient», 36 Prozent sahen dies anders.

56 Prozent sprachen sich in der ARD-Blitzumfrage dafür aus, dass Wulff im Amt bleiben sollte - neun Punkte mehr als am Mittwoch vor dem Interview. 41 Prozent waren am Donnerstag dafür, dass Wulff vom Amt des Bundespräsidenten zurücktreten sollte (Mittwoch: 50 Prozent).

Wulff konnte im Vergleich zum Mittwoch auch in punkto Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit leicht zulegen, erzielt aber weiterhin schwache Werte. 37 Prozent der Deutschen halten Wulff aktuell für glaubwürdig (plus 10 im Vergleich zu Mittwoch). 56 Prozent finden ihn nicht glaubwürdig (minus 12). Dass Wulff ehrlich ist, glauben aktuell 31 Prozent der Deutschen (plus 9). 61 Prozent halten ihn für nicht ehrlich (minus 7). Eine Mehrheit der Deutschen von 57 Prozent gibt an, «das Verhalten des Bundespräsidenten peinlich zu finden». 40 Prozent sind nicht dieser Meinung.

Die Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) hat «den Eindruck, die Medien wollen Wulff fertig machen». 37 Prozent sind anderer Ansicht. Bei der Frage, ob dieser Bundespräsident Ende des Jahres noch im Amt sein wird, sind die Deutschen gespalten: 45 Prozent glauben dies, 49 Prozent hingegen nicht.

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