Frankfurt/Main (dpa) - Die Herabstufungen durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) sind nach Einschätzung von Allianz-Volkswirt Rolf Schneider nicht gerechtfertigt.

«Angesichts der weitreichenden Reformen in vielen Krisenländern der Eurozone sind sie nicht nachvollziehbar», sagte Schneider, stellvertretender Chefvolkswirt bei der Allianz, der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Der jüngste EU-Gipfel hat nach seiner Einschätzung mit dem Fiskalpakt große Fortschritte gebracht. S&P hätte hier zumindest die weitere Ausgestaltung auf dem nächsten Gipfeltreffen Ende Januar abwarten können.

Standard & Poor's hat am Freitagabend in einem Rundumschlag unter anderem die Bonitätsnoten von Frankreich, Österreich, Italien und Spanien herabgestuft. Deutschland kam ungeschoren davon und behält sein Top-Rating. Auch Portugal, Zypern, Malta, die Slowakei und Slowenien erhielten schlechtere Noten. Teils rutschen die Eurostaaten laut S&P um bis zu zwei Stufen ab. Das dürfte es schwerer und teurer machen, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Damit steigt der Druck auf ganz Europa.

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