Lukas Podolski verhindert mit dem Tor zum 1:1 eine Blamage gegen Finnland.

Enttäuscht vom Hamburger Rasen trotten (v.l.n.r.) Piotr Trochowski, Arne Friedrich, Heiko Westermann, Christian Gentner, Andreas Beck und Lukas Podolski.
Enttäuscht vom Hamburger Rasen trotten (v.l.n.r.) Piotr Trochowski, Arne Friedrich, Heiko Westermann, Christian Gentner, Andreas Beck und Lukas Podolski.

Enttäuscht vom Hamburger Rasen trotten (v.l.n.r.) Piotr Trochowski, Arne Friedrich, Heiko Westermann, Christian Gentner, Andreas Beck und Lukas Podolski.

dpa

Enttäuscht vom Hamburger Rasen trotten (v.l.n.r.) Piotr Trochowski, Arne Friedrich, Heiko Westermann, Christian Gentner, Andreas Beck und Lukas Podolski.

Hamburg. Theo Zwanziger hat keine Eile, die Vertragsverhandlungen mit dem Bundestrainer zum Abschluss zu bringen. "Wir lassen uns Zeit, es gibt keinen Druck. Irgendwann wird es Gespräche mit Joachim Löw geben", sagt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entspannt.

Löw soll seinen Vertrag bis 2012 verlängern, in Hamburg kehrte der Alltag schneller wieder ein, als dem Bundestrainer lieb war. Die glanzvolle, vorzeitige Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ist Vergangenheit. Moskau war Mittwochabend unerreichbar fern.

Das 1:1 (0:1) gegen Finnland in Hamburg verschaffte dem hochgelobten Bundestrainer "viele neue Erkenntnisse" und die Gewissheit, dass seine Mannschaft nur dann in der Lage ist, zu überzeugen, wenn es wirklich um etwas geht. Lange ist die Nationalmannschaft nicht mehr ausgepfiffen worden wie Mittwoch in Hamburg. Die Führung von Jonatan Johansson (11.) glich Lukas Podolski eine Minute vor Schluss aus.

Finnen-Trainer Baxter ist enttäuscht über das Remis

"Das wichtigste Tor meiner Karriere", scherzte Podolski hinterher, "aber immerhin sind wir ohne Niederlage durch die Qualifikation gekommen, das gelingt nicht vielen Mannschaften." Finnlands Trainer Stuart Baxter sagte: "Es ist schon verrückt, wir haben zweimal gegen die Deutschen in der Qualifikation gespielt und zweimal bin ich über ein Unentschieden enttäuscht." 3:3 endete das Hinspiel. Löw war auch bedient: "Wir hatten Probleme, die Pfiffe waren nicht unberechtigt, aber wir sind ungeschlagen geblieben."

Erstaunlich: Das letzte bedeutungslose Qualifikationsspiel motivierte die zweite Garde der Nationalspieler keineswegs zu großen Anstrengungen - ob im Angriff Mario Gomez und Cacau, ob Thomas Hitzlsperger und Piotr Trochowski im Mittelfeld - alle spielten freudlos.

Und in der Abwehr sorgte der erste viel versprechende Angriff für den ersten Treffer. Andreas Beck war einen Moment lang unaufmerksam, Arne Friedrich kam zu spät, Johansson nutzte die Orientierungslosigkeit zum Führungstreffer (11.). Die Mannschaft wirkte trotz aller Bemühungen ihres Kapitäns Michael Ballack wie paralysiert. 51500Menschen pfiffen, als die Spieler in die Pause schlurften. Löw reagierte, doch auch mit Mesut Özil und Christian Gentner blieb vieles Stückwerk.

"Wir wollen Euch kämpfen sehen", forderten die Fans, aber die Spieler verweigerten die Reaktion. Auch Löw war froh, als es vorbei war: "Ich brauche jetzt Ruhe und Zeit zum Überlegen." An den neuen Vertrag denkt Löw nicht: "Keine Eile."

Einzelkritik 

René Adler: Hatte fast nichts zu tun, kassierte nach 307Länderspiel-Minuten wieder ein Tor. Selbst für die aktuelle Nummer eins gab es in Hamburg nichts zu feiern.

Andreas Beck: Immer bemüht, immer unterwegs, aber technisch einigermaßen limitiert. Keine Empfehlung.

Arne Friedrich: Man kann ihn aufstellen, man muss es aber nicht. Keine Alternative in der Innenverteidigung, auch wenn er bereits sein 69.Länderspiel absolviert hat.

Heiko Westermann: Machte seinen Job solide und war schon damit neben Lahm bester Defensivspieler.

Philipp Lahm: Wie immer bemüht, aber selbst er, sonst ein Garant an Zuverlässigkeit, blieb offensiv ohne Wirkung.

Thomas Hitzlsperger: Eine untaugliche Vorstellung für einen Spieler seines Kalibers. Unglaublich, was dem Stuttgarter alles in seinem 50.Länderspiel nicht gelang.

Michael Ballack: 45Minuten lang bemühte sich der Kapitän, Ordnung in die Mannschaft zu bringen. Er konnte froh sein, dass er in der zweiten Halbzeit nicht mehr mitzumachen brauchte.

Lukas Podolski: Versuchte, sich immer wieder durchzusetzen und aufs finnische Tor zu schießen. Und in der 90. Minute gelang ihm das 1:1. Dabei traf er den Ball gar nicht richtig.

Piotr Trochowski: Der Bundestrainer hatte große Hoffnungen in ihn gesetzt, gerade vor dem Hamburger Publikum. Die Hoffnung trog und Trochowski verlor die Lust.

Cacau: Man kann ihm Fleiß bescheinigen. Das ist aber auch schon alles. Konnte Löws Vorschusslorbeeren nicht bestätigen.

Mario Gomez: Nur noch ein Schatten früherer Tage. Kann sich offenbar auch bei der Nationalmannschaft nicht von seinem Bayern-Trauma lösen. Wurde in der 72. Minute erlöst.

Mesut Özil: Kam nach der Halbzeit, aber was sollte er groß ausrichten? Ein Spiel, das nicht läuft, bringt auch der Jungstar nicht auf Trab

Christian Gentner: Viertes Länderspiel, aber kein Schritt nach vorne. Als er kam und Ballack ging, funktionierte fast gar nichts mehr.

Miroslav Klose: Löw brachte ihn, weil doch zumindest dieser Routinier ein Tor machen müsste. Machte er aber nicht, selbst er nicht, auch wenn der Angreifer eine der wenigen Chancen besaß.

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