Hans Gruhne (l) und Stephan Krueger sind in Bled knapp an Gold vorbeigerudert.
Hans Gruhne (l) und Stephan Krueger sind in Bled knapp an Gold vorbeigerudert.

Hans Gruhne (l) und Stephan Krueger sind in Bled knapp an Gold vorbeigerudert.

dpa

Hans Gruhne (l) und Stephan Krueger sind in Bled knapp an Gold vorbeigerudert.

Bled (dpa) - Silber für den Doppelzweier, das Olympia-Ticket für Marcel Hacker - die Flotte des Deutschen Ruderverbandes (DRV) steuert weiter auf WM-Erfolgskurs.

Einen Tag nach den famosen Erfolgen im Achter und Frauen-Doppelvierer war bei den Titelkämpfen auf dem Bleder See das dritte Gold zum Greifen nah. In einem dramatischen Finale mussten sich Hans Gruhne und Stephan Krüger dem Boot aus Neuseeland nur hauchdünn geschlagen geben. Vom knappen Finish mit einem Rückstand von 6/100-Sekunden erfuhr der völlig ausgepowerte Krüger erst beim anschließenden Blick auf die Anzeigentafel: «Das Rennende habe ich nicht mitbekommen, da war ich schon im Tunnel.»

Lange Zeit schien die Rennstrategie mit einer beherzten Startphase aufzugehen. Zwar mobilisierte die DRV-Crew auf den letzten Metern letzte Reserven, wurde aber nach langer Führung wenige Meter vor dem Ziel doch noch abgefangen. Der Ärger über den knappen Rückstand hielt jedoch nicht lange an. «Das Ziel kam zehn Meter zu spät, aber wir freuen uns jetzt über Silber», sagte der Potsdamer Gruhne. Schon auf dem Weg zum Siegerpodest blickte sein Rostocker Teamgefährte Krüger nach vorn: «Wir wissen jetzt, dass wir in London eine Medaille erreichen können.»

Wie der Doppelzweier bewies auch Hacker erstaunliches Stehvermögen. Der dritte Rang im Halbfinale hinter Titelverteidiger Alan Campbell (Großbritannien) und dem Vorjahresdritten Ondrej Synek (Tschechien) ebnete dem deutschen Einer-Meister aus Frankfurt/Main nicht nur den Weg in das WM-Finale, sondern auch zu den Olympischen Spielen. Damit mag sich der Weltmeister von 2002 jedoch nicht begnügen. Ermutigt durch den für ihn bisher erfreulichen WM-Verlauf bezifferte er sein Steigerungspotenzial mit Blick auf den Endlauf am Samstag auf «20 Prozent»: «Ich habe mich eindrucksvoll zurückgemeldet. Das macht Lust auf mehr.»

Selbst das erlesene Finalfeld mit Weltmeister Campbell und Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen) kann Hacker nicht schrecken. Nur sieben Wochen nach seiner Bandscheiben-Operation fühlt er sich fit genug, um gegen die Weltelite zu bestehen. DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher sprach dem Rekonvaleszenten Mut zu: «Marcel hat sicher noch Luft nach oben. Das wird eine Schlacht der Titanen.»

Neben Hacker erwarben auch der Männer-Doppelvierer, leichte Vierer ohne Steuermann und Zweier ohne Steuermann die Eintrittskarte für London 2012. Vor allem der Doppelvierer trat dabei positiv in Erscheinung. Mit einem Sieg im Halbfinale vor Australien untermauerte das Team um Schlagmann Tim Grohmann (Dresden) seinen Status als Mitfavorit für das Finale am Samstag. Insgesamt konnte sich bisher sieben DRV-Boote für London 2012 qualifizieren.

Zur erfreulichen DRV-Bilanz trug auch Lena Müller im leichten Einer bei. Die Duisburgerin gewann in der nichtolympischen Bootsklasse Bronze. «Wir sind im Fahrplan», befand Cheftrainer Buschbacher.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer