Der 1. FC Köln verliert chancenlos mit 1:5 gegen den VfB Stuttgart und muss sich wieder auf den Abstiegskampf einstellen.

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Mit dem 1. FC Köln wieder einmal auf dem Boden der Realität: Nationalspieler Lukas Podolski.

Mit dem 1. FC Köln wieder einmal auf dem Boden der Realität: Nationalspieler Lukas Podolski.

dpa

Mit dem 1. FC Köln wieder einmal auf dem Boden der Realität: Nationalspieler Lukas Podolski.

Köln. Manager Michael Meier schüttelte nach 90 blamablen Minuten auf der Tribüne konsterniert den Kopf. Und überraschte nachher mit der Erkenntnis: "Wir hätten auch mit einem 3:3 in die Halbzeitpause gehen können." Es wäre aber auch nicht auszuschließen gewesen, dass der 1. FC Köln zur Halbzeit mit 1:6 gegen den VfB Stuttgart zurückgelegen hätte. Mit dem 1:5 (1:3) waren die Kölner jedenfalls am Ende des Spieles noch gut bedient. Zu diesem Zeitpunkt hatten schon weit mehr als 20000 von den ursprünglich 45500 Zuschauern das Stadion enttäuscht verlassen. Das Desaster war nicht mehr mitanzusehen. Und Nationalspieler Lukas Podolski, der seit über 1300 Minuten auf ein Tor wartet, gab sich keine Mühe mehr, um den heißen Brei herumzureden. "Wenn wir so weitermachen, spielen wir gegen den Abstieg", sagte Podolski. Da wollte wirklich niemand widersprechen.

Als Manager Meier im TV-Interview sich immer noch damit aufhielt, dass die Kölner Mannschaft ein "Geheimnis" berge, hatte Trainer Zvonimir Soldo nach der Niederlage gegen seinen Ex-Club schon lange festgestellt: "Wir haben die Stabilität verloren, die uns noch in der Hinrunde ausgezeichnet hat. Und wir kassieren zu viele Tore."

"Wir müssen unsere Probleme in den Griff kriegen, sonst kriegen wir eins."

Zvonimir Soldo

Im ersten Durchgang hatte Soldo noch versucht, von der Bank Einfluss zu nehmen, im zweiten beobachtete er nur noch resigniert das aussichtslose Treiben seiner Mannschaft. Und das sich schnell leerende Stadion. Auch der alternde Portugiese Maniche, von Soldo nach der Verweigerung des Handschlags bei seiner Auswechslung in Schalke aus disziplinarischen Gründen auf die Tribüne verbannt, war längst weg.

Stuttgarts Trainer Christian Gross war da in einer wesentlich komfortableren Situation. Seine Mannschaft habe sich mit viel Freude im Training auf das Spiel in Köln vorbereitet, und Cacau sei sozusagen die "personifizierte Spielfreude" gewesen. Schon in der 38. Minute hatte der Nationalspieler, der sich weiter Hoffnung auf die Weltmeisterschaft in Südafrika macht, das Spiel mit drei Toren entschieden. In der 74. Minute erzielte der 28-Jährige auch noch das 5:1. "Überragend" sprach Gross. "Super", sagte Manager Horst Heldt, früher einmal Mittelfeldstratege des 1. FC Köln. Die Vertragsverlängerung von Cacau in Stuttgart wird nach dieser Vorstellung sicher nicht lange auf sich warten lassen. "Wir sind in Gesprächen und beide Seiten haben Interesse daran, die Zusammenarbeit fortzusetzen", sagte Heldt. Jedenfalls schöpften die Stuttgarter in Köln viel Selbstvertrauen vor dem Spiel gegen den spanischen Meister FC Barcelona. "Das hilft uns sicher, wir wollen uns gegen die beste Mannschaft der Welt teuer verkaufen", sagte Trainer Gross.

Christopher Schorch besorgte den FC-Ehrentreffer kurz vor der Pause. Es blieb der einzige Lichtblick einer ansonsten bemitleidenswerten Vorstellung. "Wir müssen unsere Probleme in den Griff kriegen, sonst kriegen wir eins." Soldo flüsterte fast. Der Kroate weiß, dass die Problem nicht nur die der Mannschaft, sondern auch sein sind. Die nächsten Gegner sind Bayer Leverkusen und der FC Bayern München. Die Aussichten in Köln waren schon einmal besser.

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