Berlin (dpa) - In Dopingproben von Olympia 2006 ist bei Nachtests nicht das verbotene Mittel CERA gefunden worden.

Das bestätigte das Internationale Olympische Komitee (IOC) dem ZDF. «Wir sind erfreut über die negativen Testergebnisse, aber sie sind kein Anlass, die Bemühungen im Kampf gegen Betrug im Sport zu mindern», sagte Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des IOC und Vizepräsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), dem Bericht zufolge. Die Nachtests waren dem IOC bereits 2010 von der WADA empfohlen worden.

Auslöser war damals eine ARD-Dokumentation. Darin hatte der wegen Dopingvergehen gesperrte frühere österreichische Langlauftrainer Walter Mayer versichert, dass CERA bei Dopern bereits vor 2006 zum Einsatz gekommen sei. Insgesamt sollten 30 bis 40 Proben nachgetestet werden, vor allem von Biathleten, Ski-Langläufern und Eisschnellläufern. Der Wirkstoff CERA ist eine neue Version des Blutdopingmittels EPO in der dritten Generation. Das Hormon EPO (Erythropoietin) stimuliert die Bildung der roten Blutkörperchen.

Bei Nachtests von Proben der Olympischen Spiele in Peking waren im Herbst 2008 fünf CERA-Doper nachträglich überführt worden. Neuerliche Tests der noch in einem Schweizer Dopinglabor gelagerten Proben von Turin 2006 hatte das IOC lange nicht für nötig erachtet. Warum die Ergebnisse der Nachtests erst nach fast zwei Jahren vorliegen, begründete das IOC laut ZDF-Angaben nicht. Angeblich gab es juristische Bedenken, inwieweit positive Testergebnisse für Disziplinarverfahren gegen Sportler verwendet werden können.

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