Der 1. FC Köln macht im Schlussspurt gegen Hamburg aus einem 1:3 ein 3:3.

Endlich einmal zufrieden: FC-Präsident Wolfgang Overath.
Endlich einmal zufrieden: FC-Präsident Wolfgang Overath.

Endlich einmal zufrieden: FC-Präsident Wolfgang Overath.

dpa

Endlich einmal zufrieden: FC-Präsident Wolfgang Overath.

Köln. Als Bruno Labbadia in der 90. Minute "Van the Man" doch noch einwechselte, huschte nur ein ganz kurzes Lächeln über sein Gesicht. Ansonsten war der Trainer des Hamburger SV restlos bedient.

"Die letzten Minuten waren furchtbar", bekannte Labbadia nach dem 3:3 (2:1) in Köln: "Der Ärger ist wirklich riesig." Mit 3:1 hatte seine Mannschaft geführt und musste am Ende mit einem Unentschieden zufrieden sein. Da konnte auch der neue Superstar Ruud van Nistelrooy die Stimmung nicht mehr heben. "Wir haben nach dem 3:1 aufgehört, Fußball zu spielen", kritisierte Labbadia, "anstatt das vierte oder fünfte Tor zu erzielen". Der 33 Jahre alte Niederländer, prominenter Zugang von Real Madrid, pflichtete in Köln seinem Trainer bei: "Dieses 3:3 fühlt sich wie eine Niederlage an."

Die Kölner feierten dagegen einen Punktgewinn, der zwischenzeitig fast schon aus dem Blick geraten war. Aber die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo bestätigte in einem begeisternden Schlussspurt die aufsteigende Form der vergangenen Wochen. Als Adel Chihi zwei Minuten vor dem Schlusspfiff des äußerst schwachen Schiedsrichters Michael Weiner mit einem von David Rozehnal unhaltbar abgefälschten Schuss den Ausgleich erzielte, war der Straßenkarneval in Köln eröffnet.

Ganz Köln träumt nun von Millionen-Einnahmen im Pokal

Soldo stolz: "Wir haben gezeigt, dass wir mit den Großen mithalten können." Auf der Tribüne klatschte Manager Michael Meier freudestrahlend seinen Präsidenten ab. Wolfgang Overath neigt angesichts seiner großen Vergangenheit nur selten dazu, angesichts der Vorstellungen der aktuellen Mannschaft in Jubel auszubrechen, aber dieses 3:3 hatte die Kölner Ikone doch beeindruckt. "Die Mannschaft hat große Moral gezeigt", sprach Overath. Und das ist aus dem Mund des Präsidenten ein vergleichsweise riesiges Kompliment.

Nachdem Mohamad (31.) die Führung durch Marcell Jansen (3.) ausgeglichen hatte, sorgte Mladen Petric für die 3:1-Führung. Ein direkt verwandelter Freistoß von Milivoje Novakovic (75.) brachte dann die Wende. Nach 90 Minuten gestattete sich der Manager einen Blick auf den Pokal. In Augsburg wird es nicht leicht für den FC, aber "wenn wir weiterkommen, sind 1,5 Millionen zu verdienen". Lukas Podolski saß verletzt auf der Tribüne und ballte die Faust.

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