Der 71-Jährige soll Griechenland nach Südafrika führen – in zwei Relegationsspielen gegen die Ukraine.

wza_415x500_586481.jpg
Will auf seine alten Tage seine erste Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft perfekt machen: Otto Rehhagel.

Will auf seine alten Tage seine erste Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft perfekt machen: Otto Rehhagel.

dpa

Will auf seine alten Tage seine erste Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft perfekt machen: Otto Rehhagel.

Düsseldorf. Den 5. September 2001 wird er nicht vergessen haben. Otto Rehhagel war 63 Jahre alt, er war gerade Trainer der griechischen Fußball-Nationalmannschaft geworden. Und dann verlor er in seinem ersten Spiel, einem WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland, mit 1:5.

Ein wahrhaft unsanfter Beginn einer Mission, die so ganz anders verlief, als es dieser Start hatte vermuten lassen. Und deren Ende in diesen Tagen, mehr als acht Jahre später, naht. Oder etwa doch nicht?

Heute ist Rehhagel 71 Jahre alt, er sitzt noch immer auf dem griechischen Trainerstuhl, und jetzt will er auf seine alten Tage seine erste Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft perfekt machen: In den Playoff-Spielen gegen die Ukraine am Samstag in Athen und am Mittwoch (jeweils 19 Uhr) in Donezk kann Griechenlands Nationalteam die entscheidenden Schritte Richtung Südafrika machen. In zwei Spielen. Alles oder Nichts.

"Wir haben das Ende unseres Weges erreicht. In diesen zwei Spielen wird sich zeigen, ob wir den Preis verdienen", sagt Rehhagel. So viel Pathos ist angebracht: Rehhagel selbst, der den Griechen 2004 den gleichsam unvergessenen wie überraschenden Europameister-Titel beschert hat, würde nach einer erfolgreichen WM-Qualifikation in Athen endgültig als unsterblich ausgerufen.

Im innovationsfreudigen Fußball-Geschäft ist der Mann aus Essen der pure Anachronismus. Rehhagel hat stets gerne auf reife, gealterte Spieler gesetzt. Und er ist nur sich treu geblieben. Vom EM-Kader 2004 stehen noch heute fünf Spieler im Aufgebot der Griechen.

Mit dem Leverkusener Theofanis Gekas, Nürnbergs Angelos Charisteas und Vasilis Pliatsikas von Schalke 04 gehören auch drei Bundesliga-Profis zu diesem Aufgebot. Der Frankfurter Ioannis Amanatidis musste nach seiner Knieoperation absagen. Charisteas weiß um die Bedeutung der anstehenden Aufgabe: "Ich habe mit Griechenland zwei Europameisterschaften gespielt und mit dem Titel 2004 eigentlich alles erreicht. Was mir noch fehlt, ist eine WM-Teilnahme. Das Ziel lautet ganz klar, im Sommer nach Südafrika zu fliegen", sagt er. "Für uns in Griechenland sind es die Spiele des Jahres, keine Frage."

Vielleicht macht Rehhagel als Sportdirektor weiter

Rehhagels Vertrag läuft spätestens nach der WM aus. So könnten die beiden Spiele gegen die Ukraine die letzten beiden im Amt des griechischen Nationaltrainers sein. Über seine Zukunft spricht Rehhagel, der den Medien noch immer mit Misstrauen begegnet, nicht. Insider halten es für möglich, dass er als Sportdirektor weitermacht. Dass er sich zur Ruhe setzt, ist kaum denkbar. "Er braucht den Fußball", sagt sein ehemaliger Schützling Rudi Völler. "Deshalb wird er auch nie in Rente gehen."

Neben Rehhagel ist Stürmer Theofanis Gekas der Hoffnungsträger: Der Angreifer ist mit zehn Treffern bester Torschütze in der europäischen WM-Qualifikation. Auch das ist eine Marke, von der man am 5. September 2001 kaum ausgehen konnte.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer