Für den Bundestrainer spielt der Bremer keine Rolle mehr – der akzeptiert das enttäuscht.

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Beziehung beendet: Torsten Frings (l.) und Joachim Löw.

Beziehung beendet: Torsten Frings (l.) und Joachim Löw.

dpa

Beziehung beendet: Torsten Frings (l.) und Joachim Löw.

Bremen/Hamburg. Routinier, Revoluzzer und jetzt "Rentner": Torsten Frings hat von Joachim Löw nach fast einjähriger Wartezeit offiziell den Laufpass bekommen. Der Werder-Profi spielt in den Planungen des Bundestrainers keine Rolle mehr und wird nicht mit der deutschen Nationalmannschaft zur Fußball-WM im Sommer nach Südafrika fahren.

Das teilte Löw dem 33-Jährigen am Mittwoch in einem Bremer Hotel mit. "Damit musste ich ja rechnen, wenn man alle Vorzeichen gesehen hat. Mir bleibt nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren, auch wenn ich völlig anderer Meinung bin als Joachim Löw", sagte der 33-Jährige in einer Pressemitteilung.

Im Herbst 2008 war es zum Disput zwischen Löw und Frings gekommen

"Wir können seine Enttäuschung über unsere Meinung verstehen. Doch haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Löw. Man wolle jüngere Spieler an das internationale Spitzenniveau heranführen. Löw will heute einen erweiterten Kader für den Fitnesstest in der kommenden Woche in Sindelfingen benennen. Frings reagierte enttäuscht. "Ich glaube, dass ich immer noch das Potenzial habe, starke Leistungen bei einer WM abzuliefern. Und ich werde das weiterhin in der Bundesliga unter Beweis stellen", sagte er.

Frings hatte sein letztes von 79 Länderspielen im Februar 2009 beim 0:1 gegen Norwegen in Düsseldorf bestritten. Danach war der Vize-Weltmeister von 2002 und Vize-Europameister 2008 von Löw nicht mehr berufen worden. Der Mittelfeld-Abräumer hatte mehrfach die Vermutung geäußert, dass dies nicht nur sportliche Gründe gehabt habe.

Im Herbst 2008 war es öffentlich zum Disput zwischen Löw und Frings über den Umgang mit verdienten Nationalspielern gekommen. Kapitän Michael Ballack hatte damals Partei für Frings ergriffen und war daraufhin wie sein Freund zum Rapport zitiert worden.

Während Kapitän und Schlüsselspieler Ballack, mit dem Löw nach der WM 2010 über eine Fortsetzung seiner Nationalteam-Karriere sprechen will (Löw: "Michael kann sicher noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen, aber letztendlich muss er bereit sein, die Belastungen auf sich zu nehmen.") wieder in Gnaden aufgenommen wurde, reichte es für Frings nur noch zur Norwegen-Berufung. Dessen Auftritt lieferte allerdings wenig Argumente für weitere Länderspiele.

Löw hatte anschließend betont, dass er Zweifel an der Fitness des häufiger angeschlagenen Mittelfeldspielers habe. Bei der WM müsse er auf physisch sehr robuste Spieler setzen. Bei der EM 2008 war Frings nicht auf der Höhe seiner körperlichen Leistungsfähigkeit gewesen.

Sein Länderspiel-Debüt hatte Frings im Februar 2001 in Frankreich gegeben (0:1). Ausgerechnet auf dem sportlichen Höhepunkt - bei der Heim-WM 2006 - wurde er wegen seines handfesten Einsatzes nach dem Viertelfinale gegen Argentinien für das Halbfinale gesperrt.

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