Bundestrainer
Bundestrainer Joachim Löw hat noch einen Vertrag bis 2020. Foto: Sebastian Gollnow

Bundestrainer Joachim Löw hat noch einen Vertrag bis 2020. Foto: Sebastian Gollnow

dpa

Bundestrainer Joachim Löw hat noch einen Vertrag bis 2020. Foto: Sebastian Gollnow

Dortmund. Bundestrainer Joachim Löw hat mit der Berufung von Nils Petersen für eine große Überraschung in seinem vorläufigen Kader für die Fußball-WM in Russland gesorgt. Der Freiburger Angreifer steht als Länderspielneuling im Gegensatz zu Rio-Siegtorschütze Mario Götze und Bayern-Angreifer Sandro Wagner im 27 Spieler umfassenden Aufgebot für das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli. Zudem benannte Löw im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund auch den lange verletzten Kapitän Manuel Neuer als einen von vorerst vier Torhütern.

Löw muss bis zum 4. Juni den Kader noch auf die Turniergröße von 23 Profis reduzieren und dann auch einen Torwart streichen. "Ohne Spielpraxis in ein WM-Turnier zu gehen, ist nicht möglich", sagte Löw über Neuer.

kader.jpg

Unerwartet war auch die Rückkehr von Leverkusens Verteidiger Jonathan Tah in das Aufgebot. Ungeachtet der Debatte um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gehören Mesut Özil und Ilkay Gündogan wie erwartet zum DFB-Team. "Wir haben den Spielern zu verstehen gegeben, dass das keine glückliche Aktion war", sagte Löw. Beide hätten ihm zu verstehen gegeben, dass sie keine politische Botschaft hätten senden wollen. "Es ist eine Lehre für sie", sagte Löw und kündigte ein Gespräch im Trainingslager an.

Freiburg-Stürmer Petersen hatte Löw noch zum Abschluss der Bundesliga gegen den FC Augsburg live begutachtet. "Er hat eine gute Saison gespielt und in einer Mannschaft, die nicht viele Torchancen hat, 15 Tore erzielt", sagte Löw und lobte besonders die Joker-Qualitäten Petersens, der mit der Olympia-Auswahl 2016 Silber gewonnen hatte. "Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison", sagte er.

Über Götze sagte Löw: "In dieser Saison war er wahrlich nicht in der Form. Ich hoffe, dass er auch wieder zurückkommt. Es tut mir für ihn leid, weil ich weiß, was er geleistet hat." Im Gegensatz zu Götze steht dessen BVB-Kollege Marco Reus wieder im DFB-Team.

Mittelfeld/Angriff: Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (FC Bayern), Timo Werner (RB Leipzig), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sami Khedira (Juventus Turin), Mesut Özil (FC Arsenal), Leroy Sané (Manchester City), Julian Draxler (Paris St. Germain), Ilkay Gündogan (Manchester City), Leon Goretzka (Schalke 04), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Sebastian Rudy (FC Bayern), Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Nils Petersen (SC Freiburg)

Abwehr: Mats Hummels (FC Bayern), Jerome Boateng (FC Bayern), Joshua Kimmich (FC Bayern), Jonas Hector (1. FC Köln), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (FC Bayern), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

Tor: Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Manuel Neuer (FC Bayern), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Kevin Trapp (Paris St. Germain)

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat im Zuge der Vorstellung des vorläufigen Kaders bekannt gegeben, dass die Verträge mit Löw und Teammanger Oliver Bierhoff verlängert wurden. Löw soll bis 2022 bleiben, Oliver Bierhaff verlängert seinen Vertrag bis 2024. Mit Löw verlängert das gesamte Trainerteam bis zur WM 2022, die dann in Katar stattfinden wird. Der Bundestrainer ist seit 2006 als Cheftrainer im Amt.

Am Mittwoch kommender Woche startet Löw mit seinem Kader ins Trainingslager in Eppan in Südtirol. Bis zum 7. Juni soll dort der Feinschliff für das ehrgeizige Unternehmen Titelverteidigung vorgenommen werden. Einen Tag später steht der letzte Test im Länderspiel gegen WM-Starter Saudi-Arabien in Leverkusen an. Aus dem Trainingslager reist die Weltmeister-Auswahl zum Testspiel gegen Österreich am 2. Juni nach Klagenfurt. Dort könnte Torwart Neuer sein erstes Spiel im DFB-Trikot seit Oktober 2016 bestreiten.

Nach Russland bricht das DFB-Team am 12. Juni von Frankfurt aus auf. Im Hotel Watutinki südwestlich von Moskau beziehen Mats Hummels und Co. ihr WM-Basiscamp. Am 17. Juni steht im Moskauer Luschniki-Stadion die erste Partie der Gruppe F gegen Mexiko an. Sechs Tage später kommt es in Sotschi zum Duell mit Schweden. Die Olympia-Stadt am Schwarzen Meer ist Löw von der erfolgreichen Zeit beim Confed Cup in bester Erinnerung.

Zum Vorrundenabschluss geht es am 27. Juni in Kasan gegen Südkorea. Bei der fest eingeplanten Qualifikation für die K.o.-Runde wären St. Petersburg oder Samara, dann Samara oder Kasan die Spielorte im Achtel- und Viertelfinale. Als Gruppensieger würde die DFB-Elf das Halbfinale in Moskau bestreiten, wo am 15. Juli im Luschniki-Stadion der neue Weltmeister gekürt wird. Red/dpa

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer