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Olaf Kupfer ist unser Mann in Südafrika.

Olaf Kupfer ist unser Mann in Südafrika.

Olaf Kupfer ist unser Mann in Südafrika.

Gauteng. Es ist kalt! Es ist wirklich sehr kalt, hier in Südafrika. Zumindest in Gauteng, einer von 13 Provinzen, die Johannesburg und Pretoria vereinigt wie Nordrhein-Westfalen Düsseldorf und Köln. Wir sitzen gerade im Media-Center am Ellis Park in Johannesburg und haben von hier gearbeitet - weil gleich das Spiel Brasilien gegen Nordkorea auf dem Programm steht. Am Montag noch waren Kollege Kleinschmidt aus Bielefeld und ich beim Training der Brasilianer, um einen Vorbericht zu fertigen. Schon da trug Kaka eine Mütze und Dunga eine dicke Winterjacke, während wir in T-Shirt und Jackett auf der Tribüne fröstelten.

Aber das alles war nichts gegen die Temperaturen von heute. Um null Grad ist es, die seit Tagen angekündigte Kaltfront ist da, und ich bin gespannt, ob sich der gemeine Brasilianer auf dem Rasen damit anfreunden kann. Wie die Durchschnittstemperatur in Nordkorea ist, weiß ich nicht. Was ich weiß: Aus Durban, dem Spielort der deutschen Mannschaft gegen Australien, wären wir Journalisten am Sonntag am liebsten nicht zurückgekehrt. Die Stadt an der Ostküste empfing uns mit 25 Grad, strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel und liegt mitten am Indischen Ozean.

Weil der Trip vom DFB so wahnsinnig geplant war, dass wir schon um 5 Uhr in der Früh zum Flughafen nach Johannesburg aufgebrochen und von dort nach Durban geflogen sind, hatten wir nach Verrichtung unserer Arbeit noch ein wenig Freizeit. Die haben wir am Strand verbracht, einige Kollegen haben sich bei 20 Grad Wassertemperatur sogar ins Meer gestürzt. Unglaublich, dass wir nur zwei Tage später Schnee in Johannesburg befürchten müssen - jedenfalls fühlt sich das gerade so an.

Das Wetter ist auch Thema meines Tagebuchs, das täglich in der Zeitung erscheint. Vielleicht einfach mal reinschauen. Und weil ich nach dem deutschen Spiel nicht mehr dazu kam, zu bloggen, weil wir in der Nacht zurück nach Johannesburg geflogen und erst um 5 Uhr in der Früh zurück im Quartier waren (ja, es war ein 24-Stunden-Trip): Was Löws Mannen da auf den Rasen gezaubert haben, hat auch uns auf der Tribüne beeindruckt. In dem Team scheint es tatsächlich zu stimmen, in den täglichen Pressekonferenzen ist diese gute Stimmung verbunden mit einer außerordentlichen Zielstrebigkeit förmlich zu greifen. Da hat ein neues Selbstbewusstsein Einzug gehalten, das der neue Kapitän Philipp Lahm über die Maßen fördert. Bei jedem Gespräch mit ihm wird deutlich, dass er die Verantwortung angenommen hat und diese Mannschaft zu etwas Großem führen will.

Tatsächlich aber entscheidet sich alles noch auf dem Rasen, und da darf man durchaus gespannt sein, wie sich dieses Team gegen wirklich starke Gegner anstellen wird. Denn eines muss auch klar sein: Die Australier waren ein dankbarer Auftaktgegner. Und Durban ein durchaus dankbarer Spielort. In dem die deutsche Mannschaft gerne ihr Quartier hätte aufschlagen können. Aber man kann nicht alles haben. Und jetzt: Auf in den brasilianischen Winter! Ich verabschiede mich mit meinem Tipp: Brasilien gewinnt 2:1. Gleich wissen wir mehr...

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