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Olaf Kupfer, Westdeutsche Zeitung.

Olaf Kupfer, Westdeutsche Zeitung.

Olaf Kupfer, Westdeutsche Zeitung.

An dieser Stelle hatte ich den Winter hier als Hohn bezeichnet, Sonne und Swimming Pools gefeiert und eine diebische Freude daran gehabt, so viel südafrikanische Wärme in die Heimat zu übermitteln.

Heute halte ich das für puren Übermut eines WM-Neulings. Kaum waren die Zeilen raus, wurde es Abend. Gegen 17.30 Uhr ist es hier stockduster, die Kälte breitet sich aus. Am Anfang fand ich es übertrieben, als unsere Gastgeber schon bei Sonnenschein des Tages mit Handschuhen und Schal über das Gelände stolzierten.

"It's cold!", schrie mir Andrew, der Gärtner, tagelang entgegen, und ich hörte mich wieder und wieder sagen: "It's not!" Es hatte wohl etwas mit Trotz zu tun.

In Durban, wo die deutsche Elf ein sagenhaftes erstes Spiel auf den Rasen zauberte, war es sagenhaft warm. 25 Grad am indischen Ozean, Surfer, Wellen, Strandpromenade. Wir hatten viel Zeit vor dem Spiel. Es ging uns gut.

Seither ist Oliver Bierhoff unter uns nicht sonderlich beliebt. Denn Durban hat, was Gauteng, unsere Heimatprovinz, nicht hat: Sommer im Winter. Und Manager Bierhoff hat das deutsche Quartier mutwillig in die kalte Einöde verlegt. Wegen der Höhenluft.

Wir haben aufmerksam registriert, dass der Vertrag des Managers ausläuft. An eine Verlängerung denkt niemand. Sagt der DFB noch nicht offiziell. Aber sagen wir.

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