Jenny Wolf zählt bei der Sprint-WM  zumindest zu den chancenreichen Außenseiterinnen.
Jenny Wolf zählt bei der Sprint-WM zumindest zu den chancenreichen Außenseiterinnen.

Jenny Wolf zählt bei der Sprint-WM zumindest zu den chancenreichen Außenseiterinnen.

dpa

Jenny Wolf zählt bei der Sprint-WM zumindest zu den chancenreichen Außenseiterinnen.

Heerenveen (dpa) - Nach dem Ring noch eine Medaille: Mit Edelmetall will sich Eisschnellläuferin Jenny Wolf bei der Sprint-WM ein nachträgliches Hochzeitsgeschenk machen.

Zwei Wochen nach ihrer Trauung zählt die Berlinerin zumindest zu den chancenreichen Außenseiterinnen im niederländischen Heerenveen, wo sie 2008 den Titel holte. «Ich bin noch nicht in der Top-Frische für die WM, aber eine Medaille ist sicher drin», sagt Wolf. «Da muss aber alles zusammenkommen. Ich muss zwei super 500er laufen und die 1000 durchstehen, um auf dem Treppchen zu stehen.»

Die Chancen der Olympia-Zweiten über 500 Meter sind eine Woche vor ihrem 32. Geburtstag dank zweier Absagen gestiegen: Ihre Vancouver-Bezwingerin und Vorjahres-Weltmeisterin Lee Sang-Hwa aus Südkorea fehlt verletzt. Auch die letztjährige Zweite Sayuri Yoshii aus Japan reist lieber zu den Asiatischen Winterspielen. Hinter den beiden hatte Wolf 2010 in Obihiro Bronze geholt.

In Bestform will sie erst wieder bei der Heim-WM über die Einzelstrecken Anfang März in Inzell sein, nachdem im Dezember so arg der Rücken schmerzte, dass sie morgens manchmal kaum aus dem Bett kam. In der nacholympischen Saison tritt die Hauptstädterin sowieso etwas kürzer und absolviert erheblich weniger Krafttraining. Der Rücken lässt derzeit eh kaum etwas zu.

Weniger Athletik bedeutet auch geringeres Selbstvertrauen für die explosive Starterin. «Die Sicherheit fehlt mir einfach, für den Kopf ist es sehr schwer. In diesem Jahr fehlt auch ein bisschen der Druck. Olympia ist vorbei», sagt Wolf, die in der laufenden Saison erst einmal im Wettkampf die 1000 Meter bestritt. Am Wochenende muss sie gleich zweimal die ungeliebte Strecke mit der schweren letzten Runde durchstehen. «Von daher wird es eine große Überwindung, aber ich gehe da entspannt ran. Im Training bringe ich es», sagt Wolf, die mit der in diesem Winter schon starken Erfurterin Judith Hesse und Gabriele Hirschbichler aus Inzell das deutsche Damen-Trio bildet.

Ungewohnt selbstbewusste Töne kommen von den deutschen Herren, die durch Samuel Schwarz im Dezember den ersten Weltcup-Sieg seit mehr als neun Jahren gefeiert hatten. Neben dem Berliner Kilometer- Spezialisten treten die Chemnitzer Brüder Nico und Denny Ihle an. Nico Ihle war über 500 und 1000 Meter in dieser Saison im Weltcup schon unter den besten Fünf. «Ich will für eine kleine Überraschung sorgen. Die Top Sechs könnten möglich sein», sagt der deutsche Rekordhalter. Auch Ihle helfen womöglich Absagen: Der WM-Zweite von 2010, Lee Kang-Seok aus Südkorea, fehlt ebenso wie der WM-Dritte Keichiro Nagashima aus Japan.

Cheftrainer Markus Eicher gab als Ziele einen Platz unter den ersten Zehn bei den Herren und eine Medaille durch Wolf aus. Zudem hofft er, dass alle Deutschen unter die besten 20 kommen. Dann dürften bei der nächsten WM zwei Quartette starten.

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