Selina Jörg
Snowboarderin Selina Jörg in Aktion. Foto: Barbara Gindl

Snowboarderin Selina Jörg in Aktion. Foto: Barbara Gindl

dpa

Snowboarderin Selina Jörg in Aktion. Foto: Barbara Gindl

Lachtal (dpa) - Im Zielgelände sackte Selina Jörg zu Boden, legte ihre Hände auf den Kopf und verbarg ihre Enttäuschung unter der abgedunkelten Snowboard-Brille.

Augenblicke zuvor musste sich die 26 Jahre alte Raceboarderin im kleinen Finale des Parallel-Slaloms Marion Kreiner aus Österreich geschlagen geben. Vier Hundertstelsekunden fehlten der Deutschen zu ihrer erste WM-Medaille. Platz vier - schon wieder.

«Das ist extrem bitter. Im Weltcup in Bad Gastein wurde ich erst vor kurzem Vierte, bei Olympia vor fünf Jahren in Vancouver ebenfalls», sagte Jörg der Deutschen Presse-Agentur in Österreich. «Ich weiß nicht, was ich verbockt habe, dass mich der vierte Platz immer wieder verfolgt», meinte sie und kämpfte dabei mit den Tränen.

Kreiner war es auch, die Jörgs Teamkollegin Amelie Kober an den Rand der Verzweiflung brachte. Aufgrund eines Fahrfehlers hatte auch sie gegen die Lokalmatadorin das Nachsehen, wurde am Ende Siebte. «Die Enttäuschung ist jetzt natürlich riesengroß», kommentierte Kober ihr Aus im Viertelfinale. «Leider konnte ich das gute Gefühl aus dem ersten Finallauf nicht in den zweiten mitnehmen. Auch mit dem neuen Startgate hatte ich Probleme. Ungewöhnlich, dass das erst kurz vor einer WM geändert wird.» Ester Ledecka war das alles egal. Die Tschechin gewann das WM-Finale gegen Olympiasiegerin Julia Dujmovits aus Österreich.

Bei den Herren sicherte sich Roland Fischnaller die Goldmedaille. Der 34-jährige Italiener verwies den Russen Andrej Sobolew auf Rang zwei. Bronze gewann Titelverteidiger Rok Morguc aus Slowenien. Stefan Baumeister und Daniel Weis schieden bereits im Achtelfinale aus. Trotzdem waren die beiden Deutschen zufrieden. «Mit der überstandenen Quali hatte ich mein großes Ziel bereits erreicht gehabt», sagte Baumeister kurz nach seinem verlorenen Duell gegen den späteren Weltmeister. «Ich hätte nicht besser fahren können.»

Anke Karstens verpasste wie ihre deutschen Teamkollegen Alexander Bergmann und Patrick Bussler sowie Isabella Laböck den Einzug unter die besten 16. «Ich habe mit Bella einen Pakt geschlossen. Wir werden noch Riesenslalom trainieren und morgen voll angreifen», versicherte die Olympia-Zweite von Sotschi 2014.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer