Snowboarderin
Amelie Kober (Foto von 2007) ist bei der WM knapp am dritten Platz vorbeigefahren.

Amelie Kober (Foto von 2007) ist bei der WM knapp am dritten Platz vorbeigefahren.

dpa

Amelie Kober (Foto von 2007) ist bei der WM knapp am dritten Platz vorbeigefahren.

La Molina (dpa) - Nach einem packenden Duell sank Amelie Kober enttäuscht auf die Knie. Vier Monate nach der Geburt ihres Sohnes hatte sie nur um einen Wimpernschlag die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften im spanischen La Molina verpasst.

Im kleinen Finale musste sich die Olympia-Zweite von 2006 im Parallel-Riesenslalom nur um 4/100 Sekunden der Österreicherin Doris Günther geschlagen geben. «Im ersten Moment bin ich schon enttäuscht. Aber wenn man es dann einmal näher betrachtet, passt es schon», sagte die 23-Jährige vom SC Miesbach.

Seit ihrer kurzen Baby-Pause bot Kober ihre beste Leistung, im Halbfinale lag sie sogar klar auf Finalkurs - bis ein Wackler kurz vor dem Ziel die sichere Führung zunichtemachte. «Da haben mir am Ende Kraft und Training gefehlt. Ich habe einfach nichts mehr geben können. Ich denke, das war für heute das Maximum», betonte die Vize-Weltmeisterin von 2007. Sie hatte auch den Sportdirektor überzeugt. «So knapp das Finale zu verpassen und so knapp eine Medaille, das ist im ersten Moment extrem bitter», sagte Stefan Knirsch. «Aber wenn man mir vor zwei Monaten gesagt hätte, dass Amelie einen vierten Platz holt - die Leistung ist schon Wahnsinn.»

Der Sieg in La Molina, wo rings um den Wettkampf-Parcours viel Grün und wenig Schnee zu sehen war, ging an die Russin Alena Sawarsina. Die 21-Jährige hatte im Achtelfinale die deutsche Medaillenkandidatin Isabella Laböck ausgeschaltet und dabei ihren «schwersten» Sieg des Tages eingefahren. Bei den Herren gewann der Österreicher Benjamin Karl. Patrick Bussler war im Achtelfinale ausgeschieden. Für Selina Jörg war das Viertelfinale die Endstation. Anke Karstens war in der Qualifikation ausgeschieden.

Die nächste Chance haben alle im Parallel-Slalom am Freitag. «Heute wäre bei Einigen mehr drin gewesen. Das müssen wir abhaken und stattdessen die guten Leistungen als Rückenwind für die neue Runde im nächsten Rennen mitnehmen», sagte Knirsch. Bei der Halfpipe-Entscheidung ist kein Starter des Snowboard Verbandes Deutschland am Start.

Der Auftritt von Kober, die erst im letzten Moment das WM-Ticket gelöst hatte, war in den Pyrenäen nahe der französischen Grenze bemerkenswert. Denn erst im Oktober konnte sie als junge Mutter wieder mit Konditionstraining beginnen. Sobald sie über die Ziellinie komme, sei sie aber ganz Mama, hatte Kober vor dem WM-Rennen gesagt - am Mittwoch musste das Söhnchen noch ein bisschen länger auf die knapp geschlagene Mutter warten. Denn für diese stand noch die obligatorische Doping-Kontrolle an.

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