Der letzte Auftritt: Martin Schmitt ist aussortiert.
Der letzte Auftritt: Martin Schmitt ist aussortiert.

Der letzte Auftritt: Martin Schmitt ist aussortiert.

Heiß auf den Millionen-Jackpot: Gregor Schlierenzauer will jetzt alle vier Springen der Tournee für sich entscheiden.

Andreas Gebert, Bild 1 von 2

Der letzte Auftritt: Martin Schmitt ist aussortiert.

Garmisch. Es war ein historischer Tag für Österreich. Weil Gregor Schlierenzauer beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee seinen 38. Weltcupsieg holte und im Rennen um die für den Vierfachtriumph ausgelobte eine Million Schweizer Franken bleibt. Und weil es die Frauen nach jahrzehntelangen Debatten seit gestern in die österreichische Nationalhymne geschafft haben: „Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne“, hatte es bisher geheißen. Nun gilt offiziell: „Heimat großer Töchter und Söhne, Volk, begnadet für das Schöne.“

Schlierenzauer sagt: „Der Grand Slam ist möglich“

Bei seinem Triumph gestern in Garmisch-Partenkirchen verzichtete Schlierenzauer aber aufs Mitsingen: „Ich habe aber an die Töchter gedacht.“ Sollte er seine Form beibehalten, dann hat er bei der 60. Tournee ja noch die eine oder andere Gelegenheit, die großen Töchter singend zu würdigen.

Es war wieder eine große Schau des 21-Jährigen. Mit 138 und 134 Metern war er bei wechselhaften Bedingungen nicht zu schlagen. „Das war unglaublich“, sagte er, „der Grand Slam ist möglich, aber ich werde mich nicht unter Druck setzen.“ Wenn einer diesen Gefühlflieger gefährden kann, dann Landsmann Andreas Kofler. Der sprang von Position zehn noch auf Platz zwei (130,5/137,5), gefolgt von Daiki Ito (138,5/141,5).

„An Hannis Stelle würde ich mir große Sorgen machen“

Das war der eigentliche Landekorridor für Severin Freund. Der Vierte von Oberstdorf hatte nach dem ersten Durchgang und 138,5 Metern auf Platz zwei gelegen: „Dieser Sprung war nahe am Gefühl der Zufriedenheit.“ Was auch der bei ihm herrschenden Thermik geschuldet war.

Die 18 000 Zuschauer im Stadion hielten bei Freunds finalem Satz den Atem an, um nach der Landung auf 130,5 Meter ihrer Enttäuschung Luft zu machen. „Der war einfach zu schlecht. Aber wenn ich trotz eines versemmelten Sprungs hier als Siebter rausgehe, dann kann ich zufrieden sein“, kommentierte der 23-Jährige, der in der Tourneewertung nun Fünfter ist.

Für den schwer gestürzten Norweger Tom Hilde ist die Skisprung-Saison vorzeitig beendet. „In diesem Winter werde ich Stand heute nicht mehr springen“, sagte Hilde gestern. Der 24-Jährige, der sich am Freitag bei seinem schweren Sturz im Auftaktspringen der 60. Vierschanzentournee in Oberstdorf den achten Rückenwirbel gebrochen hatte, wird heute zu weiteren Untersuchungen in die Heimat reisen. „Momentan habe ich keine Schmerzen. Aber ich merke, dass mit meinem Rücken etwas nicht stimmt. Ich kann mich nicht auf die Seite drehen“, berichtete Hilde. Der Norweger, der zum Favoritenkreis gehörte, war am Vorabend aus dem Krankenhaus in Immenstadt entlassen worden.

„Sevi war beim zweiten Sprung eine Spur zu aggressiv und zu flach, einfach zu flach“, sagte Bundestrainer Werner Schuster, der diesmal nur einen Athleten unter den besten Zehn hatte – und Martin Schmitt nach Platz 38 nicht mit in die zweite Tournee-Hälfte nimmt. Schuster: „Severin Freund, Richard Freitag, Maximilian Mechler und Stephan Hocke sind dabei, zudem Michael Neumayer und Andreas Wank.“ Ein bitteres Ende für Schmitt.

In der Gesamtwertung führt Schlierenzauer souverän. Werner Schuster sieht die Chancen „sehr gut“, dass der Österreicher in Innsbruck und an Dreikönig in Bischofshofen nachlegt und mit Sven Hannawalds Vierlingen gleichzieht: „An Hannis stelle würde ich mir große Sorgen machen.“ Das wäre der nächste historische Tag für Österreich: Gregor Schlierenzauer wäre dann einer der größten Söhne.

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