Rücktrittsgedanken hegt Martin Schmitt trotz Formkrise nicht. Foto: Peter Kneffel
Rücktrittsgedanken hegt Martin Schmitt trotz Formkrise nicht. Foto: Peter Kneffel

Rücktrittsgedanken hegt Martin Schmitt trotz Formkrise nicht. Foto: Peter Kneffel

dpa

Rücktrittsgedanken hegt Martin Schmitt trotz Formkrise nicht. Foto: Peter Kneffel

Oberstdorf (dpa) - Das Knie zwickt, die Form fehlt und die Erinnerung an bessere Tage ist längst verblasst: Martin Schmitt spielt bei der 60. Vierschanzentournee nur noch eine sportliche Nebenrolle. Doch ans Aufhören denkt der 33-Jährige trotz seines Leistungstiefs nicht.

«Der Rücktritt ist ein ferner Gedanke. Ich werde die Saison auf jeden Fall zu Ende springen und dann im Frühjahr entscheiden, wie es weiter geht», sagte der viermalige Skisprung-Weltmeister in Oberstdorf. Die Nachfragen, wann denn nun Schluss sei mit der Erfolgskarriere, parierte Schmitt gekonnt. «Mich treibt immer noch der sportliche Ehrgeiz an», erklärte der Routinier 24 Stunden vor der Qualifikation für das Auftaktspringen in Oberstdorf.

Leicht fällt ihm die tägliche Schufterei jedoch nicht. «Mein Bewegungsablauf ist nicht so automatisiert, dass ich sagen könnte, ich kann meinen Sprung im Schlaf abrufen. Dafür habe ich einfach nicht die Form», sagte der Team-Olympiasieger von 2002.

Die gesundheitlichen Probleme machen es für den einstigen Überflieger, der mit seinen Siegen vor über einem Jahrzehnt einen Skisprung-Boom in Deutschland auslöste, nicht leichter. «Das mit dem Knie verläuft wellenförmig. Mal geht es wochenlang gut, dann zwickt es wieder und ich muss eine Pause einlegen. Dadurch habe ich keinen Rhythmus gefunden. Das hat man immer im Hinterkopf», berichtete Schmitt.

Dennoch startet er zuversichtlich in seine 16. Vierschanzentournee. «Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen. Ich hoffe, dass ich während der Tournee keine Probleme bekomme», erklärte Schmitt kämpferisch.

Anders als in den Vorjahren steht er gehörig unter Druck, weil die Konkurrenz im eigenen Team stärker geworden ist. Schmitt muss schon richtig gut springen, um sich für die Wettbewerbe in Innsbruck und Bischofshofen zu empfehlen. Denn nach den deutschen Stationen Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen muss Bundestrainer Werner Schuster sein Aufgebot von zwölf auf sechs Springer reduzieren.

Immerhin ist Schmitt die Rückendeckung des Chefcoaches und im Deutschen Skiverband gewiss. «Ich schätze ihn als Mensch, ich schätze ihn als Sportler, und ich werde ihn weiter bestmöglich unterstützen», erklärte Schuster.

DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller glaubt ebenfalls weiter an den einstigen Vorzeigespringer: «Martin Schmitt wird es schwer haben, noch einmal unter die besten 15 der Welt zu kommen. Aber man sollte ihn nie abschreiben und sagen, dass es unmöglich ist. Wie seit einigen Jahren sind ihm vereinzelt tolle Auftritte zuzutrauen.» Geht es nach Schmitt, am besten schon in Oberstdorf.

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