Peter Prevc jubelt in Bischofshofen über den Tages- und Gesamtsieg bei der Tournee.

Sieg
Der Slowene Peter Prevc siegte auch in Bischofshofen - und machte damit seinen Sieg bei der Vierschanzentournee klar.

Der Slowene Peter Prevc siegte auch in Bischofshofen - und machte damit seinen Sieg bei der Vierschanzentournee klar.

dpa

Der Slowene Peter Prevc siegte auch in Bischofshofen - und machte damit seinen Sieg bei der Vierschanzentournee klar.

Bischofshofen. Sie stehen da. Bereit für den großen Empfang. Peter Prevc fährt auf seine Kameraden zu, wirft unterwegs schon seine Fäuste in die Höhe – noch ehe die Schwaden der bengalischen Feuer zu ihm herüberziehen. „Sie haben mir gesagt, ich solle einfach nur lächeln“, erzählt Peter Prevc, und in der Tat huscht ein Grinsen über das Gesicht des Tagessiegers von Bischofshofen und Gesamtbesten der 64. Vierschanzentournee.

Schon am Mittag pilgern etwa 5000 Slowenen zur Paul-Außerleitner-Schanze, um am Abend beim vierten Akt dabei zu sein. Enthusiastisch schwenken sie die Fahnen, halten ihre Transparente hoch, huldigen ihrem Helden. Der winkt ihnen bescheiden, weil er für die große Geste nicht geschaffen ist. Dabei sind seine Sprünge auf 139 und 142,5 Meter erneut das Beste, was die internationale Fluggesellschaft bietet. Prevc am nächsten kommt Severin Freund, der bei 136 und 141 Metern seinen Telemark setzt. Sein Lohn: Platz zwei beim Finale und in der Gesamtwertung. Besser als je zuvor. „Peter war wirklich deutlich stärker, er toppt im Moment alles“, sagt Freund anerkennend. In der Summe liegt er 26,5 Punkte hinter Prevc. Versöhnliches Ende Dank Platz drei in Bischofshofen verdrängt Michael Hayböck in der Addition noch Kenneth Gangnes aus Norwegen – ein versöhnliches Ende für die Österreicher, deren siebenjährige Siegesserie endet. Statistiker notieren für Peter Prevc den zwölften Erfolg im Weltcup. Mit Ausnahme von Lillehammer steht er diese Saison nach jedem Wettbewerb auf dem Podest. Mehr Konstanz geht nicht.

Das bringt Prevc Lob zuhauf. „Peter ist wirklich phänomenal. Was der Bursche leistet, ist schon brutal“, sagt Österreichs Cheftrainer Heinz Kuttin. Bundestrainer Werner Schuster meint: „Ein fantastischer Sportler.“ Gestärkt durch viel Selbstbewusstsein. Der erste Sieg gibt Sicherheit, es kommen das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, danach die Überzeugung und die Gelassenheit. Der Rest? Eigendynamik, der Lauf der Dinge. Die Springer nennen es Flow. „Wir sagen: Der Sportler ist voll und ganz bei sich. Sein Handeln und Denken stimmen überein“, erklärt der österreichische Sportpsychologe Christian Uhl.

Trotz Platz drei in Oberstdorf, wo Prevc ungünstigere Bedingungen hat. Doch: „Das Pech dort hat mich noch entschlossener, couragierter gemacht“, sagt der 23-Jährige. Mit dem Sieg in Partenkirchen macht er aus dem Rückstand auf Severin Freund einen Vorsprung, mit jenem in Innsbruck baut er diesen aus und hält sich „im Angriffsmodus“, wie Prevc es nennt. Der Schlussakkord in Bischofshofen: eine Gala mit höchstem Genussfaktor. Peter Prevc schüttelt scheinbar mühelos den Druck ab, verdrängt all die negativen Gedanken. „Es sind nicht die anderen, die mich puschen, das mache ich schon selbst“, sagt er. Strahlend stemmt er den Goldenen Adler in die Höhe, erhält die 20 000 Schweizer Franken Siegprämie. Einer der ersten Gratulanten ist Severin Freund. Sie verbindet Rivalität und reichlich Respekt. Ihr ganz spezielles Duell zwischen Himmel und Hang hält nun schon den dritten Winter an. „Wir werden alles dafür tun, dass die Saison nicht langweilig wird“, sagt der Deutsche.

Seine Vorstellung ist des Prädikats „besonders wertvoll“ würdig, denn der 27-Jährige lässt am Dienstag das Training samt Qualifikation aus. Der Gesundheit zuliebe. Eine Entscheidung der Vernunft. Bei seinem Sturz in Innsbruck zieht er sich Prellungen am gesamten Körper zu. Sie spürt Severin Freund am Tag danach mit aller Heftigkeit. Regeneration im Eilverfahren – intensiver physiotherapeutischer Hilfe sei Dank. Auch Freunds Verlobte Caren reist in den Pongau. Motivation für das finale furioso. Solide das Ende für Richard Freitag als Tageselften und Gesamtneunten, Andreas Wellinger (15./12.) und Andreas Wank (16./10.).

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