Der 32-Jährige startet nur noch im Teamwettbewerb am Samstag. Schlierenzauer triumphiert auf der Großschanze.

Vancouver 2010 - Skispringen
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Peter Kneffel, Bild 1 von 2

Oslo. Von unten sind sie klein wie Punkte. Oben fühlen sie sich groß. Das mystisch anmutende Panorama vom Holmenkollbakken blenden sie aus. Ihnen ist weit mehr daran gelegen, sich zur rechten Zeit abzudrücken, zwischen Himmel und Hang die perfekte Flugkurve einzuleiten. Um mit einem höflichen Knicks wieder auf der Erde anzukommen.

Der Weltmeister hat 16,6 Zentimeter Vorsprung auf Morgenstern

Keine Störfaktoren hat Gregor Schlierenzauer bei seinem Flug registriert. Der Österreicher ist bei 133 und 134,5 Metern gelandet – und wird fortan als Sieger von der Großschanze bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oslo geführt. Dank eines Vorsprungs von 16,6 Zentimetern oder drei Zehntelpunkten auf seinen Teamkollegen Thomas Morgenstern.

Der Doppelweltmeister holt Silber vor Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz. „Es ist eine enorm wertvolle Saison für mich. Ich habe so hart kämpfen müssen“, sagt Schlierenzauer. Mitte Dezember war der Tiroler auf der Schanze in Seefeld im Training gestürzt, hatte sich das Innenband im rechten Knie eingerissen und war erst zum dritten Tourneespringen in Innsbruck in den Weltcupzirkus zurückgekehrt. „Mein großes Ziel war die WM. Dass ich das geschafft habe, macht mich unglaublich stolz“, so Schlierenzauer.

Bester Deutscher ist Michael Uhrmann auf Platz sechs (133/129 Meter). Zu Saisonbeginn ist der Polizeihauptmeister aus Rastbüchl schwer in Rhythmus gekommen, hat sich jedoch mit Geduld, Routine und eisernem Willen nochmals in Form gekämpft.

Der zweifache Familienvater Uhrmann will Trainer werden

Am Donnerstagabend hat der 32-Jährige in Oslo seinen Rücktritt angekündigt. „An diesem Samstag ist mein letzter großer Wettkampf“, meint der Ruhige aus Rastbüchl. Ein Ende mit Happy End? Der zweifache Familienvater plant, künftig in die Trainerposition hinein zu wachsen. Als Zwölfter (129,5/126 Meter) hat Severin Freund, Aufsteiger der Saison im deutschen Team, seine athletischen Möglichkeiten nicht zur Gänze ausgeschöpft.

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