Überflieger
Severin Freund springt in Sapporo in die Weltspitze.

Severin Freund springt in Sapporo in die Weltspitze.

dpa

Severin Freund springt in Sapporo in die Weltspitze.

Sapporo (dpa) - Im Land der aufgehenden Sonne ist der Stern von Severin Freund am internationalen Skisprung-Himmel hell erstrahlt. Mit dem ersten Sieg seiner Karriere und Platz zwei beim Weltcup in Sapporo schaffte der sympathische Bayer den Durchbruch in die Weltspitze.

Diese schien für Freund vor einem Jahr noch Lichtjahre entfernt. «Das war ein sehr gelungenes Wochenende. Ich habe es sehr genossen», sagte Freund nach seinem Höhenflug in Japan. Der Aufstieg des 22-Jährigen vollzog sich nicht kometenhaft, sondern langsam und stetig. «Severin ist die Karriereleiter Schritt für Schritt nach oben geklettert. Er ist kein Überflieger, musste sich vieles erarbeiten. Daher weiß er, worauf es ankommt, weil er nichts geschenkt bekommt», beschrieb Bundestrainer Werner Schuster den deutschen Jugendmeister von 2006.

Am 22. Dezember 2007 feierte Freund in Engelberg sein Weltcup- Debüt, international richtig wahrgenommen wird er aber erst in diesem Winter. 12, 36, 75 - so lautete die Weltcup-Gesamtpunktzahl am Ende der vergangenen drei Saisons. Jetzt sind es bereits 363 Zähler - Tendenz stark zunehmend. «Ich bin über Jahre hinweg nur in kleinen Schritten vorangekommen. Jetzt sind die Schritte etwas größer», stellte Freund zufrieden fest.

Er gilt mittlerweile als Paradebeispiel dafür, was mit kontinuierlichem Training und harter Arbeit erreicht werden kann. «Als ich vor drei Jahren begonnen habe, war Severin einer der Jungen, die aus dem Junioren-Team kamen, und er war ein Nachzügler in der Nationalmannschaft. Er hat sich aber nie unterkriegen lassen», erklärte Schuster.

Trotz seines Aufstiegs zur Nummer 1 unter Deutschlands Skispringern bleibt Freund, der in seiner Freizeit gerne mal einen Tag auf der Couch verbringt, bescheiden und verliert nie die Bodenhaftung. «Ich bin nicht extrovertiert, sondern von Natur aus ein ruhiger Typ. Es ist gut, wenn man sich auf sich fokussieren kann und bei sich bleibt», sagte der in München lebende Weitenjäger. «Ich kann mich aber auch mal aufregen, wenn etwas nicht klappt. Ganz ohne Emotionen wäre es schlecht», meinte Freund.

Wenn er nicht auf der Schanze oder im Kraftraum beschäftigt ist, studiert der neue Vorzeigespringer seit Sommer 2008 an der FH Ansbach Internationales Management. «Das ist eine Ablenkung für den Kopf und eine gute Grundlage, um die Erfahrungen aus dem Sport später im Beruf einzubringen. Ich weiß aber noch nicht genau, wo es beruflich hingehen soll», erzählte Freund.

Privat hat er sein Glück bei Freundin Caren gefunden. Sportlich sieht er sich dagegen noch längst nicht am Ziel seiner Wünsche. «Meine langfristige Vorstellung ist es, mich zu verbessern, bis es nicht mehr geht», erklärte Freund.

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