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Der Österreicher Gregor Schlierenzauer flog am weitesten.

Der Österreicher Gregor Schlierenzauer flog am weitesten.

dpa

Der Österreicher Gregor Schlierenzauer flog am weitesten.

Vikersund (dpa) - Riesenjubel um die Superflieger Evensen und Schlierenzauer, Riesenerleichterung bei Weltcup-Gesamtsieger Morgenstern, Riesenärger bei vielen anderen: Das Skiflug-Wochenende auf dem neuerbauten «Monster-Bakken» in Vikersund hat für bislang unerreichte Weiten gesorgt.

Doch es wurde auch eine neue Diskussion über Anlauflängen angezettelt. «So macht es keinen Spaß», schimpfte WM-Fahrer Michael Neumayer, der bei minimalem Anlauf und Rückenwind chancenlos war und das Finale nicht erreichte.

Grund dafür waren Gregor Schlierenzauer und Johan Remen Evensen. Die beiden Überflieger drückten dem Weltcup-Wochenende ihren Stempel auf. Am 12. Februar siegten sie punktgleich, am Tag darauf war der 20- Jährige Österreicher knapp vor seinem norwegischen Herausforderer, der am 11. Februar in der Qualifikation mit 246,5 Meter eine bislang noch nie gestandene Weite in den Schnee von Vikersund setzte. Beide waren derart überlegen, dass die Jury die Anlauflängen fast ausschließlich an ihnen festmachte und die anderen, zum Teil sehr guten Skiflieger wie den Österreicher Martin Koch oder den Norweger Björn Einar Romören, zu Statisten degradierte.

«Die Guten drücken den Anlauf so weit, dass die anderen keine Chance haben. Die Jury liegt mit so einer Entscheidung zwar richtig, dass sieht man an den Weiten von Evensen und Schlierenzauer, aber ich wundere mich, dass man dann am Anfang sehr weit oben beginnt und dafür gute Leute opfert, die am Tag zuvor Zehnter oder 14. wurden», meinte Neumayer, der mit der Technik seiner Flüge nicht unzufrieden war. «Ich bin hier dreimal über die 200 Meter gekommen, es hat sich gelohnt, die Schanze zu probieren», meinte der Berchtesgadener. Dessen Wunsch, die deutsche Bestweite von 227,5 m zu übertreffen, erfüllte sich nicht.

«Nur die Besten - und das ist nicht mal eine handvoll - hat bei dem kurzen Anlauf die Chance, von der Flugwelle getragen zu werden. Aber da ist die Schanze keine Fehlkonstruktion. Beim Bau war nicht abzusehen, dass durch die neuen Bindungen der Flugkörper Athlet - Ski viel besser geworden ist», bemerkte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner. «Die Jury hat die Verantwortung für die Gesundheit der Athleten. Der ist sie nachgekommen. Aber hier gab es einige dubiose Entscheidungen. Die Möglichkeiten des Reglements wurden nicht ausgeschöpft. Das ist schade für die Athleten», sagte der deutsche Co-Trainer Stefan Horngacher, der in Abwesenheit von Bundestrainer Werner Schuster das Quartett betreute.

Erleichtert war Thomas Morgenstern. Der Vierschanzentournee-Sieger sicherte sich drei Springen vor Saisonschluss vorzeitig den Gewinn des Gesamtweltcups und blickt nun optimistisch zur WM nach Oslo. Und auch für die Skiflug-WM im kommenden Jahr in Vikersund hat sich Morgenstern einiges aufgehoben.

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