Severin Freund wird vor der WM eine Ruhepause einlegen.
Severin Freund wird vor der WM eine Ruhepause einlegen.

Severin Freund wird vor der WM eine Ruhepause einlegen.

dpa

Severin Freund wird vor der WM eine Ruhepause einlegen.

Oberstdorf (dpa) - Ruhepause statt Rekordjagd: Trotz seiner spektakulären Flugshow von Oberstdorf beteiligt sich WM-Geheimfavorit Severin Freund nicht am «Wahnsinn von Vikersund».

Nach reiflicher Überlegung hat sich Deutschlands neuer Skisprungstar gegen einen Start bei der WM-Generalprobe auf dem neuen «Monster-Bakken» entschieden und sich wie die Mehrheit seiner Teamkollegen in einen Kurz-Urlaub verabschiedet.

«Man ist geneigt, diesen Wahnsinn in Vikersund mitzumachen. Das ist schon spektakulär. Aber Severin wird zu Hause bleiben. Wir haben in Ruhe darüber gesprochen und uns sehr schnell für einen behutsamen Aufbau Richtung WM entschieden», sagte Bundestrainer Werner Schuster der Nachrichtenagentur dpa.

Aus dem sechsköpfigen WM-Team wird lediglich Michael Neumayer am Wochenende beim Skiflug-Weltcup auf der größten Schanze der Welt dabei sein. Freund & Co. laden derweil zu Hause den Akku für die Mission «WM-Medaille» auf, ehe in der nächsten Woche mit einem gemeinsamen Trainingslager der Countdown für die Titelkämpfe eingeläutet wird.

«Skifliegen ist die Königsdisziplin, da sollte man eigentlich dabei sein. Aber unser Gradmesser ist die Weltmeisterschaft, da wollen wir eine gute Figur machen», begründete Schuster die Abwesenheit von gleich fünf WM-Startern beim Spektakel auf der neu gebauten Flugschanze nördlich von Oslo.

Die wird am 9. Februar offiziell eingeweiht und soll Flüge auf 250 Meter und mehr zulassen. Damit scheinen die Tage des Weltrekordes von Björn Einar Romören aus dem Jahr 2005 gezählt, als der Norweger in Planica 239 Meter weit sprang. «Man muss jetzt mal sehen, wo diese spektakuläre Weitenrekordjagd hinführt. Die war ja über Jahre eingefroren», meinte Schuster.

Für weite Flüge wäre auch Freund prädestiniert gewesen, doch am Ende gingen Athlet und Trainer auf Nummer sicher. Die Sorge um seine Nummer 1 war beim Chefcoach mindestens genauso groß wie die Verlockung, dem Shootingstar ein außergewöhnliches Highlight zu gönnen. «Er hätte definitiv dorthin gehört. Aber die Vernunft in mir drin hat gesagt, dass man in Richtung WM vielleicht einen mutigen und unpopulären Schritt machen und sagen sollte: die Zeit ist noch nicht reif. Wir haben da das gleiche gedacht. Die Entscheidung kam von ihm», berichtete Schuster.

Freund gönnt sich nach seiner erfolgreichen Tour de Force durch die Saison, die ihn im Gesamt-Weltcup auf Platz sechs geführt hat, stattdessen eine dringend benötigte Auszeit. «Sich stets auf dem höchsten Level zu bewegen ist viel anstrengender als hinterher zu springen», meinte Schuster. Für die WM sieht er seinen Schützling bestens gerüstet. «Die Ausgangslage ist sehr komfortabel. Er kann eine Einzel-Medaille gewinnen, muss aber nicht», sagte der Coach. Freund fasste seine Rolle im Kampf um Edelmetall so zusammen: «Ich bin vielleicht ein gefährlicher Außenseiter.»

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