Podium
Neujahrs-Podium in Garmisch-Partenkirchen: Richard Freitag (l-r) neben Sieger Kamil Stoch und dem Drittplatzierten Anders Fannemel. Foto: Daniel Karmann

Neujahrs-Podium in Garmisch-Partenkirchen: Richard Freitag (l-r) neben Sieger Kamil Stoch und dem Drittplatzierten Anders Fannemel. Foto: Daniel Karmann

Geschafft: Kamil Stoch bejubelt seinen Sieg beim Neujahrsspringen. Foto: Daniel Karmann

Richard Freitag freut sich nach dem Springen am Neujahrstag über seinen zweiten Platz in Garmisch-Partenkirchen. Foto: Daniel Karmann

dpa, Bild 1 von 3

Neujahrs-Podium in Garmisch-Partenkirchen: Richard Freitag (l-r) neben Sieger Kamil Stoch und dem Drittplatzierten Anders Fannemel. Foto: Daniel Karmann

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die Vierschanzentournee wird zur zweiten Halbzeit immer mehr zu einem Zweikampf zwischen Richard Freitag und Doppelsieger Kamil Stoch.

Der Pole gewann nach seinem Auftakterfolg in Oberstdorf auch am Montag beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Zweiter wurde erneut Topfavorit Freitag, der im Tournee-Klassement nun 11,8 Punkte hinter Stoch liegt. «Grundsätzlich ist alles offen. Es ist immer alles drin. Jetzt haben wir einen Ruhetag, da können wir nochmal ein bisschen abschalten. Ich bin doch schon sehr happy», sagte der 26-jährige Sachse.

Das Duell mit seinem polnischen Rivalen Stoch nimmt Freitag an. «Er ist ja auch nicht perfekt. Wenn er so springt wie heute, dann ist es natürlich schwer, aber niemand ist unschlagbar. Aber dafür muss man sich schon richtig lang machen, weil es ist eine schwere Aufgabe», erklärte er. Der Wettbewerb in Garmisch habe ihm «unglaublich viel Spaß gemacht», sagte Freitag.

Die 21 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena hatten dem Zweitplatzierten bei der Siegerehrung erneut frenetisch zugejubelt, obwohl er den ersten Sieg der DSV-Adler seit Sven Hannawald 2002 um rund vier Meter verpasste. «Hier war so eine geile Stimmung, das ist einfach gigantisch», rief Freitag. Bundestrainer Werner Schuster befand: «Richard ist einfach in guter Verfassung. Es ist noch alles drin.» Freitag sprang im zweiten Versuch bei Rückenwindverhältnissen auf 137 Meter und schaffte es damit noch vom sechsten Rang auf das Podest. «Das war ein absoluter Top-Sprung», sagte Schuster.

Gegen Olympiasieger und Titelverteidiger Stoch reichte das aber wieder nicht: Der Pole sprang als Führender im zweiten Durchgang auf die Tagesbestweite von 139,5 Metern und untermauerte damit seine Extra-Klasse. «Man muss den Hut ziehen, wie Kamil das gemacht hat», sagte Freitag. Vor dem dritten Wettbewerb in Innsbruck am Donnerstag haben die beiden das restliche Feld schon deutlich distanziert. Der Gesamtdritte Dawid Kubacki aus Polen liegt über 20 Punkte hinter Freitag. An den Bergisel hat der DSV-Topspringer positive Erinnerungen, seitdem er 2015 dort einen Sieg einfahren konnte.

Für die Deutschen gab es an Neujahr zwar nicht den ersehnten Einzelsieg, dafür aber ein starkes Teamresultat. Karl Geiger wurde Siebter, auch Stephan Leyhe gelang mit Platz zehn ein ordentliches Ergebnis. «Ich glaube, so kann man ins neue Jahr starten. Die Teamleistung ist einfach spitze», sagte Leyhe. Andreas Wellinger (11.) und Markus Eisenbichler (14.) blieben zwar hinter ihren Platzierungen von vor der Tournee zurück, schaffen es aber mit konstanten Leistungen in die erweiterte Spitze der Tournee-Gesamtwertung. Dort ist Wellinger nun Siebter, Eisenbichler Achter und Geiger Zehnter.

«Wir können mal zufrieden Zwischenbilanz ziehen und werden uns gut auf die nächsten Springen vorbereiten», sagte Schuster. Dritter wurde in Garmisch der Norweger Anders Fannemel, der anders als seine Teamkollegen Johann Andre Forfang und Daniel Andre Tande zwei stabile Sprünge gezeigt hatte.

Für die DSV-Adler kommt nun nach vier Wettkampftagen der ersehnte Ruhetag, der hauptsächlich im Quartier in Seefeld in Tirol verbracht wird. «Wir werden ein kleines Training machen, aber die Pause tut unserem Team gut und tut uns allen gut», sagte Schuster. Eisenbichler kündigte an: «Ich verzweifle nicht, sondern bleibe dran und versuche, in Innsbruck wieder anzugreifen.»

Desolat lief es für die Österreicher. Weltcup-Rekordgewinner Gregor Schlierenzauer wurde als 19. bester ÖSV-Adler. Die Hoffnungen auf einen Gesamtsieg, der zwischen 2009 und 2015 ausschließlich an Österreicher ging, muss das Team von Trainer Heinz Kuttin bereits zur Tournee-Hälfte aufgeben. «Ich bin leider ein bisschen ratlos. Das ist sehr, sehr bitter», sagte Doppel-Weltmeister Stefan Kraft, der als Mitfavorit und Oberstdorf-Vierter nicht einmal den zweiten Durchgang in Garmisch erreichte.

Die Vorfreude auf die beiden Heimspringen in Innsbruck und Bischofshofen (6. Januar) ist damit bei Kraft und Co. gedämpft. «Ich freue mich trotzdem darauf und hoffe, dass noch einmal der Knopf aufgeht», sagte Kraft. Neben dem Gesamtweltcup-Sieger können auch der Slowene Peter Prevc und der Norweger Tande den Gesamtsieg bei der 66. Ausgabe des Traditionsevents bereits abschreiben.

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