Panorama
Michael Uhrmann kam in Sapporo zwei Mal unter die ersten zehn.

Michael Uhrmann kam in Sapporo zwei Mal unter die ersten zehn.

Für den Polen Adam Malysz reichte es lediglich für Platz drei.

Severin Freund hat sich mit seinen Erfolgen in die Top Ten katapultiert.

Der Überflieger der Saison: Thomas Morgenstern fliegt auf den zweiten Platz.

Severin Freund springt auch in Sapporo ganz vorn mit.

Severin Freund (M) zwischen den geschlagenen Thomas Morgenstern (l) und Adam Malysz.

dpa, Bild 1 von 6

Michael Uhrmann kam in Sapporo zwei Mal unter die ersten zehn.

Sapporo (dpa) - Als Severin Freund nur 17 Stunden nach seinem ersten Weltcup-Triumph die Weltelite mit Platz zwei erneut aufgemischt hatte, konnte Deutschlands neuer Skisprung-Star sein Glück kaum fassen.

Mit seinem sensationellen Höhenflug im Land der aufgehenden Sonne bescherte der 22-jährige Bayer den DSV-Adlern in Sapporo den ersten Sieg seit fast vier Jahren und schwang sich sechs Wochen vor WM-Beginn endgültig zum großen Hoffnungsträger auf. «Wenn mir das vorher einer gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Es war ein perfektes Wochenende und ein unglaublich schönes Gefühl», sagte Freund.

Einen Tag nach seinem Erfolg vor Vierschanzentourneesieger Thomas Morgenstern aus Österreich musste sich Freund am Sonntag mit Sprüngen auf 134,5 und 120 Meter nur dessen Landsmann Andreas Kofler geschlagen geben. «Der zweite Sprung war etwas schief, daher fehlte die Weite. Aber wenn man damit immer noch Zweiter wird, kann man sich nicht beschweren», meinte Freund.

Auch bei Bundestrainer Werner Schuster, der die Reise nach Japan nicht mitangetreten hatte, war der Jubel vor dem heimischen Fernseher groß. «Ich habe ganz begeistert zugeschaut und mich sehr gefreut. Dieser Sieg hilft sowohl ihm persönlich als auch dem gesamten Team als Qualitätsmarke für die Zukunft», sagte Schuster der Nachrichtenagentur dpa.

Seinen ersten Karriere-Triumph hatte Freund mit Sprüngen von 124 und 129 Metern perfekt gemacht, nachdem er zur Halbzeit des von ständig wechselnden Windbedingungen beeinträchtigten Wettkampfes auf der WM-Schanze von 2007 noch auf Rang fünf gelegen hatte. Im Finale behielt der in München lebende Weitenjäger dann die Nerven, die er bei der Vierschanzentournee in den entscheidenden Situationen nicht im Griff gehabt hatte. «Natürlich versucht man immer anzugreifen. Aber mit dem Sieg habe ich überhaupt nicht gerechnet», meinte Freund.

Fast vier Jahre mussten die DSV-Adler auf einen Erfolg im Weltcup warten. Zuletzt hatte Freunds Vereinskollege Michael Uhrmann am 28. Januar 2007 in Oberstdorf auf dem höchsten Treppchen gestanden. Der 32-Jährige komplettierte in Sapporo mit den Plätzen fünf und neun das glänzende Ergebnis der deutschen Mannschaft. «Die Sprünge waren nicht optimal. Insgesamt kann ich mit dem Trip aber zufrieden sein», sagte Uhrmann. «Für Michael ist das ein toller Erfolg», meinte Schuster.

Am Sonntag winkte Freund sogar der Doppel-Triumph, doch im Finale konnte er seine Halbzeit-Führung nicht verteidigen. Mit 363 Punkten katapultierte er sich in der Gesamtwertung auf Rang acht und ist damit beim nächsten Weltcup am Freitag in Zakopane erstmals gesetzt. «Ich habe immer gesagt, dass er das Potenzial hat, aber mental mitwachsen muss. Dieser Erfolg wird ihm Kraft geben», sagte Schuster.

Freund war mit Platz sechs beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf ins Rampenlicht gerückt, hatte die hohen Erwartungen danach aber nicht ganz erfüllen können. Dies holte der ruhige und zurückhaltende Bayer, der in seiner Freizeit gerne mal einen Tag auf dem Sofa verbringt und neben dem Sport Internationales Management an der FH Ansbach studiert, nun in Sapporo nach. «Im Moment ist er der Stärkste. Zuletzt hat er immer ein paar Meter liegenlassen, dieses Mal nicht. Mit dieser Qualität kann er definitiv auch bei den nächsten Wettkämpfen vorne mitspringen», sagte Schuster.

Mit Freund, Uhrmann und Michael Neumayer, der in Sapporo pausierte, stehen nun drei WM-Fahrer fest. «Ich bin zuversichtlich, dass wir auch noch einen vierten und fünften Springer hinbekommen, um die WM gut vorbereiten zu können», sagte Schuster nach dem spektakulären Auftritt von Freund. «An diesem Ergebnis müssen sich alle aufrichten.»

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