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Thomas Morgenstern hat viel Selbstvertrauen.

Thomas Morgenstern hat viel Selbstvertrauen.

dpa

Thomas Morgenstern hat viel Selbstvertrauen.

Bischofshofen (dpa) - Zwei Tage vor der erwarteten Krönung hielt der designierte Tournee-König Thomas Morgenstern im Hotel «Berghof» in Sankt Johann schon einmal Hof.

«Ich habe sehr gut geschlafen. Es ist ein irrsinnig schönes Gefühl, als Spitzenreiter nach Bischofshofen zu kommen. Ich habe ein lockeres, gelassenes, entspanntes und vor allem sicheres Gefühl. Ich werde jeden Moment, jede Minute und jede Sekunde in vollen Zügen genießen», verkündete Morgenstern im Teamhotel der Österreicher.

27,3 Punkte - umgerechnet mehr als 15 Meter - beträgt sein Vorsprung vor Simon Ammann. Der viermalige Olympiasieger aus der Schweiz sieht daher kaum noch Chancen, sich den Traum vom erstmaligen Gewinn der Vierschanzentournee zu erfüllen. «Der Rückstand ist nicht das Gelbe vom Ei. Ich muss auf ein Wunder hoffen», sagte Ammann.

Für Bundestrainer Werner Schuster ist der (Schweizer) Käse gegessen. «Da gibt es nix mehr zu rütteln. Ammann hat schon fast wieder die Klasse von Olympia, aber er hat zu viele Punkte liegen gelassen. Deshalb wird es nicht mehr spannend. Morgenstern ist aus meiner Sicht durch. Der kann ja einmal rodeln, also in den Schnee greifen», sagte der Österreicher.

Morgenstern weiß, dass er den Sieg nur noch selbst verschenken kann. Deshalb will er sich nicht zu sehr unter Druck setzen. «Ich möchte loslassen können, Spaß haben und die Menschen begeistern», erklärte er vor dem «Grande Finale» am Donnerstag auf der Paul-Außenleitner-Schanze.

Im stillen Kämmerlein wird sich dreimalige Olympiasieger und vierfache Weltmeister den Moment der Krönung sicher schon das eine oder andere Mal vorgestellt haben. Öffentlich will er dies jedoch nicht zugeben. «Ich habe mir vor der Saison das Ziel gesetzt, nicht ergebnisorientiert zu denken, sondern bei mir zu bleiben und mich sportlich und menschlich zu entwickeln. Das ist mir ganz gut gelungen», sagte Morgenstern.

Schon vor drei Jahren war er als großer Favorit zur Tournee angereist, musste dann aber dem Finnen Janne Ahonen den Triumph überlassen. «Es ist schön, dass ich eine zweite Chance bekomme», meinte der Kärntner. Für ihn spricht auch die Statistik, denn seit 1972 trat erst fünfmal der Fall ein, dass der Führende nach drei Wettbewerben den Gesamtsieg noch verspielte.

Entsprechend zuversichtlich ist Morgenstern, der schon als 16-Jähriger sein Debüt im Weltcup gab und es bisher auf 20 Siege brachte. «Ich bin heuer ganz anders vorbereitet und sehr sicher, dass ich mich nicht aus der Ruhe bringen lasse», sagte er. Nachdem er im Vorjahr ein eigenes Haus bezogen hat, steht er nun vor der Vollendung eines sportlichen Prunkbaus.

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