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Der Norweger Tom Hilde in der Luft über den Dächern Innsbrucks.

Der Norweger Tom Hilde in der Luft über den Dächern Innsbrucks.

Thomas Morgenstern will seine Führung verteidigen.

Thomas Morgenstern entspannt sich vor den Sprüngen mit Musik.

Der Deutsche Michael Uhrmann freut sich über seinen achten Platz.

Thomas Morgenstern jubelte laut und ausgiebig nach seinem Sieg.

Thomas Morgenstern (M.) siegte vor Adam Malysz (l) und Tom Hilde.

dpa, Bild 1 von 6

Der Norweger Tom Hilde in der Luft über den Dächern Innsbrucks.

Innsbruck (dpa) - Als Thomas Morgenstern mit dem Premieren-Sieg am Bergisel seinem Traum vom ersten Vierschanzentournee-Triumph ganz nah gekommen war, hatte auch Michael Uhrmann nach dem überraschenden Comeback in der Weltspitze allen Grund zur Freude.

Mit Rang acht bei der Flugshow des Österreichers im Hexenkessel von Innsbruck feierte der Bayer sein bestes Saisonergebnis. «Ich habe gezeigt, dass ich noch unter die Top 10 kommen kann. Nach dem schwachen Saisonstart ist das eine Bestätigung für mich», sagte Uhrmann.

Morgenstern, der vor 22 000 Fans mit 129,5 und 126,5 Metern vor dem Polen Adam Malysz und dem Norweger Tom Hilde gewann, geht nach seinem 20. Weltcupsieg mit einem Vorsprung von fast 15 Metern vor Vierfach-Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz in das Finale am 6. Januar in Bischofshofen. «Das war heute ein sehr emotionaler Wettkampf und ein perfekter Tag. Ich freue mich irrsinnig», sagte Morgenstern.

In vorzeitigen Jubel wollte er jedoch nicht ausbrechen: «Ich weiß natürlich, dass für mich alles drin ist. Aber ich halte nichts davon, mich schon mit der Zukunft zu beschäftigen. Diesen Fehler habe ich in der Vergangenheit oft gemacht.»

Wie Morgenstern darf auch Deutschlands schon abgeschriebener Routinier Uhrmann als Neunter der Gesamtwertung auf ein tolles Finale hoffen. Für Michael Neumayer platzte dagegen der Traum von einer guten Endplatzierung vorzeitig. Der 31-Jährige schied nach einem schwachen Sprung auf lediglich 110 Meter bereits im ersten Durchgang aus und büßte damit alle Chancen auf ein gutes Gesamtresultat ein. Pascal Bodmer setzte seinen Aufschwung fort und flog mit Sprüngen auf 122,5 und 120,0 Meter auf einen guten zehnten Platz.

«Heute schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Für den Uhri freut es mich sehr, dass sein Kampfgeist belohnt wird. Auch Pascal Bodmer ist auf einem sehr guten Weg. Die anderen haben aber doch sehr viel liegen gelassen», meinte Bundestrainer Werner Schuster. Der Chefcoach gratulierte zudem Morgenstern praktisch schon zum Gesamtsieg. «Das wird er sich nicht mehr nehmen lassen. Er hat in Garmisch ganz kurz gewackelt, sich heute aber ganz stark zurückgemeldet», sagte Schuster.

Morgenstern baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Ammann, der Vierter wurde, auf 27,3 Punkte aus. «Das ist natürlich ein super Gefühl. Ich war schon ein bisschen nervös, habe es dann aber genossen, an all diesen Menschen hier vorbeizufliegen», sagte Morgenstern nach seinem sechsten Saisonsieg.

Ammann enttäuschte mit Sprüngen von 128 und 122 Metern zwar ebenfalls nicht, an die Klasse Morgensterns kommt der Schweizer derzeit aber nicht heran. Bei seinem fast schon verzweifelten Kampf um einen Tournee-Triumph dürfte der 29-Jährige damit erneut an einem Österreicher scheitern. Im vergangenen Jahr war Andreas Kofler zu stark, 2009 schnappte sich Wolfgang Loitzl den Titel.

Im Wettspringen um den Gesamtsieg bleiben die DSV-Adler erwartungsgemäß staunende Zuschauer. Uhrmann hielt mit seiner tollen Leistung immerhin die Hoffnungen auf einen Top-Ten-Platz aufrecht. «Ich habe mich schön tragen lassen und bin sehr zufrieden», sagte der 32-Jährige nach seinem Finalsprung auf 126,5 Meter. In Bischofshofen möchte er seinen Aufwärtstrend nun fortsetzen. «Ich muss einfach dranbleiben, dann kann aus dem Winter noch was werden», sagte Uhrmann, der seine beste Saisonplatzierung feierte.

Eine herbe Enttäuschung erlebte dagegen Neumayer. «Das ist natürlich ärgerlich, weil es bislang eine sehr ordentliche Tournee für mich war», sagte der Berchtesgadener, dem gleich zwei Fehler unterliefen. «Zunächst bin ich beim Anlauf mit dem Schuh hängen geblieben, und dann bin ich im Flug mit dem einen Ski auf den anderen gekommen», haderte der 31-Jährige mit sich selbst.

Martin Schmitt war nach seinem Aus in der Qualifikation nicht an die Schanze gekommen, sondern absolvierte ein Krafttraining. Richard Freitag (123,5 und 116,5 m) wurde 19. Stephan Hocke, der im ersten Durchgang das Duell mit Österreichs Rückkehrer Gregor Schlierenzauer knapp verlor und als Lucky Loser ins Finale einzog, kam auf Platz 23. Severin Freund beendete den dritten Wettkampf der Traditionsveranstaltung auf Platz 24.

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