Daniel Andre Tande gilt als klarer Favorit.  Foto: Daniel Karmann
Daniel Andre Tande gilt als klarer Favorit. Foto: Daniel Karmann

Daniel Andre Tande gilt als klarer Favorit. Foto: Daniel Karmann

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Daniel Andre Tande gilt als klarer Favorit. Foto: Daniel Karmann

Bischofshofen (dpa) - Der an der Schulter lädierte Kamil Stoch verabschiedete sich nach einem starken Trainingssprung vorzeitig ins polnische Team-Hotel, sein großer Tournee-Rivale Daniel Andre Tande zeigte vor dem Showdown am Freitag Nerven.

Der Spitzenreiter kam in der Qualifikation von Bischofshofen mit 121 Metern nur auf Rang 39 und dürfte nach diesem Rückschlag ins Grübeln gekommen sein. Zumal Stoch unbeeindruckt von seiner Verletzung, die sich der Skispringer am Vortag bei einem Sturz in der Probe am Bergisel zugezogen hatte, im ersten Trainingsversuch auf 141 Meter flog und danach zuversichtlich seine Ski zusammenpackte. «Die Schulter tut zwar weh und ich habe Schmerzen, aber Gott sei Dank kann ich springen. Da brauche ich ja nur meine Beine», sagte der Gesamtzweite.

Nur 1,7 Punkte - nicht mal ein Meter - beträgt der Rückstand des Doppel-Olympiasiegers von 2014 auf Spitzenreiter Tande. Der Norweger hat dennoch alle Trümpfe in der Hand. Auch Bundestrainer Werner Schuster hält den 22-Jährigen für den Favoriten. «Er hat das Momentum auf seiner Seite», urteilte Schuster.

Den norwegischen Tournee-Primus charakterisiert er als «technisch sehr ausgereift», er habe ein «irrsinniges Gefühl für das Fliegen». Genau das könnte Tande auf der großen Schanze in Bischofshofen zugutekommen. «Natürlich ist es Spaß, als Favorit in den letzten Wettkampf zu gehen. Aber es ist noch alles offen», relativierte der Norweger. Schuster erwartet zwischen den beiden Rivalen ein «brandheißes Duell».

Der 29 Jahre alte Stoch nimmt dabei die Rolle des Herausforderers ein. Bislang wurde er bei dieser Tournee zweimal Zweiter und einmal Vierter. Als erster Athlet seit der finnischen Sprung-Legende Janne Ahonen vor 18 Jahren könnte der Pole die Tournee gewinnen, ohne einen Einzelwettbewerb für sich zu entscheiden.

«Kamil Stoch springt fantastisch. Der weiß, wie man die großen Dinger gewinnt. Er hat eine Riesenfreude daran, dass er sich zurückgekämpft hat», sagte Schuster, dessen DSV-Athleten beim abschließenden Wettkampf auf der Paul-Außerleitner-Schanze keine Chancen mehr im Klassement haben.

Tande führt nicht nur sämtliche Wertungen an, sondern ist auch zum Shootingstar der ganzen Sportart geworden. Der Aufsteiger begeistert auch die weiblichen Fans mit Bildern von sich und seinem entblößten Oberkörper: «Ich liebe die Aufmerksamkeit, das ist der Lohn für die Arbeit», erklärte Tande. Auch sportlich belohnt sich der Mann aus Narvik derzeit, seine besten Sprünge hob er sich für die Tournee auf.

Fast zehn Meter muss derweil Lokalmatador Stefan Kraft als Gesamtdritter aufholen. «Ich kann wieder essen und habe wieder Energie», berichtete der in Innsbruck von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Tourneegewinner von 2015. Entsprechend kampflustig gab sich Österreichs Chefcoach Heinz Kuttin: «Wir werden um das Gesamtklassement bis zum letzten Sprung kämpfen.» Nach Krafts durchwachsenem Auftritt in der Qualifikation, in der er nur 20. wurde, stellte Kuttin aber klar: «Wir erwarten keine Wunder.»

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