Die Vierschanzentournee beginnt in Oberstdorf beim Springen von der Schattenbergschanze. Foto: Peter Kneffel
Die Vierschanzentournee beginnt in Oberstdorf beim Springen von der Schattenbergschanze. Foto: Peter Kneffel

Die Vierschanzentournee beginnt in Oberstdorf beim Springen von der Schattenbergschanze. Foto: Peter Kneffel

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Die Vierschanzentournee beginnt in Oberstdorf beim Springen von der Schattenbergschanze. Foto: Peter Kneffel

Oberstdorf (dpa) - Richard Freitag hofft auf einen Start nach Maß, Severin Freund träumt sogar vom Auftaktsieg: Deutschlands Top-Skispringer sind bereit für die neuntägige Flugshow bei der 60. Vierschanzentournee.

«Wenn ich mir aussuchen könnte, wo ich einen Sieg lande, würde ich Oberstdorf nehmen. Weil ich die Schanze mag und die Wettkampfatmosphäre dort sehr schätze», sagte Freund vor der Ouvertüre zur Jubiläumsveranstaltung mit der Qualifikation am Donnerstag.

Auch Freitag, der wie Freund aufgrund seiner Top-Ten-Platzierung im Gesamt-Weltcup für den Wettbewerb am Freitag gesetzt ist, rechnet sich einiges aus. «Der Start in Oberstdorf kommt mir entgegen. Ich kenne die Schanze vom Training und weiß, dass ich mit der Anlage gut zurechtkomme», verkündete der 20-Jährige zuversichtlich.

Bundestrainer Werner Schuster sieht seine Musterschüler, die auch abseits der Schanze prächtig harmonieren, für den ersten Showdown gerüstet. «Severin Freund und Richard Freitag haben sich mit ihren Vorleistungen unter den Top Ten festgesetzt und damit die Grundlage geschaffen, um eine tragende Rolle spielen zu können. Diese Situation haben wir uns immer gewünscht, und mit entsprechend breiter Brust wollen wir nun in die Tournee starten», erklärte Schuster.

19 deutsche Siege hat es seit der Premiere 1953 im Allgäu gegeben - so viele wie auf keinem anderen Tournee-Bakken. Helmut Recknagel, Max Bolkart, Hans-Georg Aschenbach, Jochen Danneberg, Dieter Thoma, Jens Weißflog, Martin Schmitt oder Sven Hannawald, der am 29. Dezember 2002 für den vorerst letzten Erfolg sorgte, trugen sich unter anderen in die Siegerliste ein.

Für Freund hat der Tournee-Startort aber nicht nur wegen der sportlichen Erfolge seiner Vorgänger etwas Magisches. «Wenn ich an den Auftakt in Oberstdorf denke, an das volle Stadion, die Stimmung, dann bekomme ich Gänsehaut. Die Atmosphäre ist einzigartig, und ich betrachte es als Privileg, mit dabei sein zu können. Wenn man da oben steht, abends, und die Nebelschwaden hochziehen - das ist schon richtig geil», erzählte der 23-Jährige.

Er will gleich zum Auftakt seine besten Sprünge auspacken und damit die Grundlage für ein Top-Resultat in der Gesamtwertung legen. «Im letzten Jahr war ich Zwölfter. Dieses Mal will ich am Ende ein einstelliges Ergebnis erreichen», erklärte der zweifache Weltcupsieger der Vorsaison.

Ein Erfolg in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) oder Bischofshofen (6. Januar) wäre für ihn die vorläufige Krönung seiner Karriere. «Die Tournee ist für mich etwas ganz Besonderes. Die haben wir zwar immer, aber wenn man dabei ist, weiß man um ihren Stellenwert. Über die Tradition muss man nicht mehr reden. Deshalb ist das immer ein großes Ziel», sagte Freund.

Sein Zimmerkollege sieht das ähnlich. «Es ist einfach ein unglaublich tolles Gefühl, in den vollen Arenen vor einem begeisterten Publikum zu springen. Besonders, wenn es einem dann gelingt, gute Sprünge zu zeigen. Dann sind das wirklich große Momente, die man in vollen Zügen genießt», erklärte Freitag.

Der Sachse, der sich mit seinem ersten Weltcupsieg vor gut zwei Wochen in Harrachov in die Weltspitze katapultierte, fiebert seinem dritten Tourneestart daher ungeduldig entgegen. «Ich werde wieder Augen und Ohren offenhalten, um diese einzigartige Stimmung aufnehmen zu können», sagte Freitag.

Als Ziel hat sich der Youngster, der sich selbst als ruhigen, aber aufgeschlossenen Typen charakterisiert, einen Platz unter den besten Zehn im Gesamtklassement gesetzt. Insgeheim hofft er, auf der großen Bühne seinen Vater Holger in der Familienstatistik zu überflügeln. «Ich habe keine Wette mit meinem Vater zu laufen, dass ich mehr Weltcupsiege schaffe als er. Aber natürlich ist das mein Ziel», sagte Freitag. Bisher steht es zwischen Vater und Sohn 1:1.

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