Frontmann
Severin Freund führt in dieser Saison das DSV-Weltcup-Aufgebot an. Foto: Grzegorz Momot

Severin Freund führt in dieser Saison das DSV-Weltcup-Aufgebot an. Foto: Grzegorz Momot

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Severin Freund führt in dieser Saison das DSV-Weltcup-Aufgebot an. Foto: Grzegorz Momot

Kuusamo (dpa) - Mit Severin Freund als Frontmann will Deutschlands verjüngte Skisprung-Combo im Weltcup-Winter für den einen oder anderen Paukenschlag sorgen.

«In der Nationenwertung wollen wir uns als erste Herausforderer der derzeit noch übermächtigen Österreicher positionieren», formulierte Bundestrainer Werner Schuster vor dem Saisonauftakt am Wochenende im finnischen Kuusamo das ambitionierte Ziel.

Freund gilt nach seinen zwei Weltcupsiegen in der Vorsaison als großer Hoffnungsträger, um den Generationenwechsel im DSV-Team nach dem Rücktritt von Michael Uhrmann weiter erfolgreich voranzutreiben. Der 23-Jährige ist sich dieser Verantwortung bewusst und nimmt die Herausforderung an. «Mein Ziel für den Winter ist es, mich unter den weltbesten Skispringern zu behaupten. Ideal wäre ein guter Start, sprich, in Kuusamo oder Lillehammer die Grundlage dafür legen zu können», erklärte Freund.

Schuster legt die Messlatte aber nicht nur für den WM-Siebten hoch. «Es ist wichtig, dass sich Severin Freund im elitären Kreis der weltbesten Skispringer etabliert und wir es darüber hinaus schaffen, einen zweiten Springer zu entwickeln, der in naher Zukunft ebenfalls diesen Sprung vollziehen kann», erklärte der Bundestrainer.

Am ehesten zuzutrauen ist dies Richard Freitag, der im Sommer-Grand-Prix mit mehreren Top-Ten-Platzierungen aufhorchen ließ. «Richard hat mit zwei Podestplätzen einen richtig, richtig guten Sommer gehabt. Das waren schon andere Fingerzeige als bei mir im vorigen Sommer. Er hat mir im Training ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht. Da muss uns nicht angst und bange sein, dass nichts nachkommt», lobte Freund seinen drei Jahre jüngeren Teamkollegen.

Gespannt sein darf man auch darauf, ob Andreas Wank nach einem verschenkten Jahr sein Talent wieder entfalten und an die guten Leistungen in der Saison 2009/10 anknüpfen kann. Wenn sich der Olympia-Zweite im Team stabilisiert und die Oldies Martin Schmitt, der zum Auftakt fehlt, und Michael Neumayer ihr Potenzial abrufen, hätte Schuster eine durchaus schlagkräftige Truppe zusammen.

Das Mannschaftsspringen am Samstag wird einen ersten Fingerzeig liefern, wohin die Reise für die DSV-Adler geht. Die haben in der Vorbereitung allerdings keinen einzigen Schneesprung absolviert. Das geplante Trainingslager in Lillehammer wurde wegen des milden Klimas abgesagt, stattdessen wurde in Klingenthal am Feinschliff gearbeitet.

Als Top-Favoriten gehen die Österreicher um Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer in die Saison. Auch der Schweizer Simon Ammann, Polens neuer Vorzeigespringer Kamil Stoch sowie die Norweger um Tom Hilde wollen im Kampf um Weltcupsiege kräftig mitmischen.

Freund weiß daher, dass er sich seinen Platz in der Elite wieder hart erarbeiten muss. «Leicht wird das definitiv nicht, auch die Konkurrenz hat sich über den Sommer verbessert. Mit meinen Leistungen des vergangenen Winters würde ich in dieser Saison wahrscheinlich schlechtere Platzierungen einfahren», sagte er und fügte hinzu: «Erfolge sind eben keine Selbstläufer.»

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