Überflieger
Richard Freitag kam in der Qualifikation von Willingen nah an den Schanzenrekord. Foto: Arne Dedert

Richard Freitag kam in der Qualifikation von Willingen nah an den Schanzenrekord. Foto: Arne Dedert

dpa

Richard Freitag kam in der Qualifikation von Willingen nah an den Schanzenrekord. Foto: Arne Dedert

Willingen (dpa) - Auch ohne den einstigen Popstar des deutschen Skisprungs wollen die DSV-Adler bei der Team Tour möglichst oft auf das Podest fliegen und für Partystimmung bei den Fans sorgen.

Während Altmeister Martin Schmitt nach überstandener Knieverletzung im Training um die Rückkehr in den Weltcup kämpft, sorgte der neue Publikumsliebling Richard Freitag schon in der Qualifikation zum Einzel-Wettbewerb in Willingen für Hochstimmung an der Schanze.

Der 20-Jährige flog auf die Tagesbestweite von 149 Meter und blieb damit nur drei Meter unter dem Schanzenrekord des Finnen Janne Ahonen. «Der Sprung war gar nicht mal so gut. Aber ich hatte ordentlichen Wind. Es macht jedenfalls viel Spaß, so weit zu hoppen. Die Form stimmt und ich fühle mich fit», sagte Freitag.

Auch sein Zimmerkollege Severin Freund freut sich auf die Heimauftritte an diesem Wochenende im Upland sowie in der kommenden Woche in Klingenthal und Oberstdorf. «Die Team Tour ist immer eine lässige Serie, das wird cool», sagte Freund.

Schon zum Auftakt peilt der Bayer, der im Vorjahr an gleicher Stätte den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere gefeiert hatte, eine Top-Platzierung an. «Speziell an Willingen habe ich gute Erinnerungen. Auf das Podest soll's auf jeden Fall gehen», verkündete der 23-Jährige sein Ziel für den Teamwettbewerb am Samstag (16.00 Uhr) und das Einzelspringen am Sonntag (14.45 Uhr).

In der Ausscheidung landete Freund bei 130,5 Meter. Ohne Probleme meisterten auch Maximilian Mechler mit 129,5 Metern, Stephan Hocke (125,5) und Andreas Wank (122,5) die Qualifikation. Felix Schoft schaffte mit 118,5 Metern ebenfalls den Sprung in das 50 Teilnehmer umfassende Starterfeld. «Unsere Top-Leute kommen mit der Schanze sehr gut zurecht», stellte Bundestrainer Werner Schuster fest.

Er hängt die Messlatte für seine Schützlinge hoch. «Wir wollen uns als erster Verfolger Österreichs positionieren. Seit Beginn der Saison liefern wir uns mit Norwegen einen harten Kampf um Platz zwei im Nationencup. Wir wollen den Heimvorteil nutzen und uns wieder vor die Norweger schieben», sagte Schuster.

Allerdings fällt zum Auftakt neben Schmitt auch noch Michael Neumayer aus. Der 33 Jahre alte Routinier musste wegen eines grippalen Infekts kurzfristig passen und trat am Freitagvormittag die Heimreise an. «Heute Nacht hat der Infekt mit Fieber komplett zugeschlagen. Ich habe kaum geschlafen», berichtete Neumayer. Dennoch ist Schuster zuversichtlich, dass der Heimvorteil vor allem seine Vorzeigespringer Freund und Freitag beflügelt. «Wir sind auf dem Weg, die beste Saison seit mehr als fünf Jahren zu springen. In den nächsten Tagen haben wir endlich wieder eine Chance, unsere positive Entwicklung auch auf heimischem Boden unter Beweis zu stellen», meinte der Chefcoach.

Deshalb hat er für den Teamwettbewerb eine klare Zielvorgabe gemacht. «Trotz der bisher guten Leistungen im laufenden Winter ist es uns noch nicht gelungen, mit der Mannschaft einen Podestplatz zu feiern. Wir haben also diesbezüglich noch etwas gut zu machen. Und Willingen ist mit seinem fantastischen Publikum dafür ein ideales Pflaster», erklärte Schuster.

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