Die deutschen Adler zeigen sich ein wenig verbessert.

Anders Jacobsen feiert seinen Sieg.
Anders Jacobsen feiert seinen Sieg.

Anders Jacobsen feiert seinen Sieg.

Daniel Karmann

Anders Jacobsen feiert seinen Sieg.

Garmisch-Partenkirchen. Im Rudel kommen sie angelaufen, ein wilder Mix der Nationalitäten. Junge Strahlemänner, getrieben von der Anerkennung und dem Respekt für einen, den sie alle mögen: Anders Jacobsen, den Sieger des mit 20.000 Zuschauern ausverkauften Neujahrsspringen s in Garmisch-Partenkirchen, der zweiten Station der Vierschanzentournee.

Mit Landungen bei 135,5 und 136,5 Metern hat der Qualifikations-Beste aus Norwegen wie schon bei seinem Erfolg 2013 nachgewiesen, dass er ein großer Flieger ist und doch nie die Bodenhaftung verloren hat. Weil der Gesamtsieger von 2007 Hoch-Gefühle wie Tief-Punkte kennt, aber stets der bescheiden-stille Kämpfer geblieben ist, sind der Schweizer Simon Ammann als Zweiter (138/133 Meter) und Peter Prevc aus Slowenien (136,5/1369 die ersten Gratulanten.

„Das hat mich selbst überrascht, aber die Schanze hat für mich etwas Magisches“, sagt Anders Jacobsen. Zwei Jahre hat der 29-Jährige auf seinen zehnten Weltcupsieg gewartet. Sich nach einem Kreuzbandriss im März 2013 mit Mühe wieder ins Team gekämpft, diese Saison teils im Continentalcup – der zweiten Skisprung-Liga – herangetastet und sich erst in einer internen Ausscheidung seinen Platz im Tournee-Aufgebot gesichert. In der Tournee-Wertung ist der Vater des knapp vierjährigen Isak auf Position vier gehüpft. Mit 1,1 Punkten Vorsprung auf Peter Prevc reist Oberstdorf-Sieger Stefan Kraft als Gesamtführender nach Innsbruck, wo am Samstag (14 Uhr/live ZDF) die Qualifikation ansteht.

Die Vorgabe der Deutschen ist klar gewesen. Der Schock von Oberstdorf scheint überwunden. Sie haben sich nicht tiefer ins mentale Loch manövriert, sind aber auch nicht entscheidend herausgekrabbelt. Die Ansprüche sind andere. Höhere. „Das war noch kein berauschendes Ergebnis“, sagt Bundestrainer Werner Schuster, „aber wir haben nachgewiesen, wir können in der Liga mitspringen.“

Nach 127 Meter im ersten Durchgang hat sich Richard Freitag erneut geärgert. Maßlos. Im Finale zeigt er, was in seinem schmalen Leib schlummert. 134,5 Meter, Platz neun und die Erkenntnis: „Das war durchwachsen.“ Auch Severin Freund zeigt sich als Zehnter (127,5/135,5) verbessert. Mehr nicht. „Das war nicht der ganz große Befreiungsschlag, aber wir hören nicht auf , alles zu versuchen.“

Sauer sind sie in Oberstdorf gewesen, die deutschen Springer. Auf sich. Und hoch emotional. Helme, die in den Schnee fliegen und Handschuhe, die mit Wucht in die Tasche gepfeffert werden. Männer, die ihre Enttäuschung nicht verbergen. Ein gutes Zeichen, belegt es doch, wie tief sie die Niederlage geschmerzt hat. Keine Spur von Gleichgültigkeit: „Wir wissen, dass wir es drauf haben“, sagt Richard Freitag, „wir müssen es nur rauslassen. Nicht mit der Brechstange, einfach mal unser Ding durchziehen.“

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